Gewoge am Winterstrand

An einem schönen Sonntag mitten im Winter tummelt sich Athener an ihrem Strand. Unerschrockene haben sich schon ins kalte Meer geworfen, andere halten noch vorsichtig die Zehen hinein.

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Streunende Hunde liegen zusammengerollt im feuchtwarmen Sand, über dem andere Menschen ihre Picknick Decken ausrollen, Kinder graben darum herum ein Tunnelsystem und  Palmen werfen ihre langen Schatten darüber.

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Entlang der Mauer, die den Strand von der Stadt abgrenzt, haben Menschen ohne Obdach kleine Lager aufgebaut, vor denen sie  in der Sonne sitzen, die Augen andächtig geschlossen, die Sonne empfangend.

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Daneben trainieren die sportlich Motivierten ihre Muskeln an öffentlichen Fitnessgeräten, den Blick auf das Funkeln des Horizonts gerichtet.

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Oberhalb des Strands werden Kinder in ihren Wägen geschoben, Tauben picken die herabfallenden Krümel von Keksen auf, die Kinder werfen ihnen freudig noch mehr in die Schnäbel, Väter schimpfen darüber.

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Omas und Opas sitzen in wattierten Winterjacken und schauen den Badenden im Meer zu. Sie alle genießen es, den Blick endlich frei schweifen zu lassen, fast ohne Beton.

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Die Tram rattert vorbei, in ihrer Haltestelle spielt ein Mann auf einer Geige und am Strand zupft ein Einsamer an seiner Gitarre.

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Der Winterstrand gehört den Bewohnern der Stadt, für manche ist er das ganze Zuhause, er ist wild und unaufgeräumt, es schallt keine Musik aus Strandbars, es gibt keine bunten Plastikliegen, kein Geruch von Sonnenmilch und keine Touristen.

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Tipps für eine schöne Wanderung entlang der athener Küste

Möchte sich nun der eine oder die andere von euch gern zum athener Strand verlaufen, könnt ihr das gern auf eine sehr schöne Weise tun:

Vom Kulturzentrum Stavros Niarchos führt eine Brücke bis zum Meer. Wenn ihr am Ende der Brücke nach links geht, entlang der „Schiffe an Land“ spaziert, gelangt ihr zur Marine. Hier könnt ihr stolze Yachten bestaunen und leckeres Eis essen. Wenn ihr dann bis ans Ende der Marine weitergeht, gibt es links einen kleinen Weg durch ein eisernes Tor. Folgt ihr diesem Weg, tut sich vor euch der Stadtstrand auf. Hier könnt ihr nun mit den Füßen im Sand spazieren, in die Wellen tauchen oder die Weite genießen. Am Ende des Strands liegt die bekannte Taverne „Edem“, deren Tische in den Sand gestellt sind und es leckere Kalamari gibt. Die gleichnamige Haltestelle der Tram liegt gleich dahinter, von dort aus kommt ihr wieder in die Stadt zurück.

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Wartende im Wasser

Tropfen klatschen, platschen laut, wie Applaus nach einem großen Erfolg. Eine schwarze Wolkendecke hatte sich zusammengezogen, rollte lautlos aber unstetig über die Berge in den Kessel unserer Stadt und erbricht sich nun lauthals über uns.

RegenparlamentSyntagma, Parlamentsvorplatz

Über dem Parlament macht der Schwall nicht halt, die Wachen flüchten ins Trockene, Touristen packen ihre Kameras unter ihre bunten Plastikjacken, ziehen die Schulten nach oben und rennen kopflos über rote Ampeln. Es hupt zwischen dem Platschen und sicher kracht es auch irgendwo.

Regenpassant

 

Omonia liegt verlassen im Schein weihnachtlicher Beleuchtung, unter Dachvorsprüngen und Türeingängen drängen sich Menschen ohne Obdach, ihre Decken zusammengerollt, dem Wasser zusehend, das sich durch das Schuhwerk in die Socken zieht.

RegenomoniaOmonia 

In Metaxourgiou treiben Zigarettenstummel im rosafarbenem Licht, Schiffe auf ungewisser Fahrt, beobachtet vom Hotelportier auf seiner Marmorstufe. In den Taxis warten Fahrer, in der Lobby warten Koffer und und hinter den Gardinen warten Reisende, Geliebte oder Personal.

 

RegenmetaxourgioMetaxourgio

Vor meiner Haustür wartet mein Kater, tritt von einem Bein aufs andere, miauend wenn sich mein Schlüssel im Schloss dreht.