Der summende Baum

Die Landschaft ist in zurückhaltenden Tönen gemalt, als fehle noch die Sättigung in den Farben. Lässt man den Blick über die Täler und Berge schweifen, sieht man über die ganze Insel* verteilt zart rosa Tupfen. Es sind die Mandelbäume, die in den Tälern liegen und sich an Hügel schmiegen.

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Der Mandelbaum ist der Erste unter den Bäumen, der sich in ein Blütenkleid hüllt. Um ihn herum liegt die Landschaft noch im halben Winterschlaf, nur das Gras traut sich richtig grün zu sein, und andere Bäume recken noch ihre kahle Zweige in die Luft.

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Der Mandelbaum erblüht innerhalb weniger Tage, noch bevor das Grün der Blätter aus seinen Ästen sprießt. Und er erblüht in einer solchen Fülle, dass es mich jedes Jahr in andächtiges Staunen versetzt.

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Ich trete an den großen Mandelbaum heran, der direkt unter unserem Haus auf der Insel Andros steht. Ich höre ein lautes, geschäftiges Brummen und Summen: der Baum ist für Bienen und Hummeln zur Hauptattraktion geworden, sie sind in Scharen angereist, von den Hügeln herunter geflogen, haben sich von den Tälern aufgemacht und kriechen nun emsig in die unzähligen Blüten.

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Weht eine Brise, fallen die Blütenblätter wie Schnee auf die noch winterfeste Erde. In wenigen Tagen sind die Blütenblätter vom Wind über die ganze Insel getragen worden und das Grün hat sich den Platz zurück erobert. Doch da sind wir schon zurück in Athen. Uns bleibt allein die Erinnerung an das klingende, summende Kleid des Mandelbaums. Und die Freude auf den Frühling, der jetzt bald die ganze Landschaft ankleidet.

Chora

*Die Bilder sind mal wieder von der Insel Andros. Das letzte Bild zeigt die noch nicht ganz erwachte Natur vom Bergdorf Falika aus gesehen auf den Hauptort Chora. Die steinernen Mauern sind die traditionellen Wanderwege die sich über die Insel ziehen. Die Eindrücke von dem Wanderweg  von Falika nach Chora könnt ihr hier nachlesen.

Verirrt im Big Bazaar

An Orten wie diesen steht die Zeit still. Oder ist es gar, dass sich die Zeiten überlagern? Ein Spiegeln in der Vergangenheit, lauschen von verklungenen Klängen.

Grammo-taxi

Ich verliere mich in geschliffenem Glas, einem Himmel aus Kronleuchtern.

Leuchter

Der Boden scheint zu schwanken, ein Meer aus Fäden windet sich unter mir,

FädenmeerPferd

mein Pferd bäumt sich, ich halte mich strauchelnd am Steuerrad fest

Stuerradund da sehe ich sie:

SieAnmutige Schönheit, reines Verlangen, Ausgewogenheit inmitten dieses Sturms.

Muse

Doch uns trennt eine unüberwindbare Mauer, aus erlesenen Büchern, die sich beängstigend vor uns türmen:

Bücher

alle Auswege sind mir verwehrt, über mir spiegelt sich nur ein Zipfel Himmelblau, zum Greifen zu weit.

Spiegel

Ich setze mich in ein Kafenion am Hafen, zerbreche mir den Kopf

SeemannIch werfe alles in eine Waagschale

Waagschale

flehe zu sämtlichen Göttern.

Gemälde

Die Zeit rennt, rinnt, gerinnt oder ist sie plötzlich stehen geblieben?

Uhren

Ich sehe mich im Spiegelbild, wie bin ich hier her gelangt? Was hat mir geträumt?

Selbstporträt

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Der Big Bazaar in der Athinas Straße, ist eines jener verwunschenen Plätze, die einen aufsaugen und träumen lassen.

big Bazaar

Hier findet man alles was man nie zu brauchen geglaubt hat, nur was man braucht findet man selten. Schmale Wege bahnen sich durch das Geschäft, durch die Fenster im Obergeschoss fällt das Licht in streifen und beleuchtet den Staubkörnertanz.

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Touristen, Träumer, Streuner finden sich hier alle angezogen von dem verblassten Schimmer Vergangenheit mitten im rauschenden Zentrum Athens.

Vom blauen Papagei auf einer Insel

Im Herzen Athens liegt Metaxourgio, ein Stadtteil, der in sich zerfällt und genau daraus Neues entsteht. Ein Stadtteil, dessen Gegensätze krassen nicht sein könnten: Vom Rotlichtmilieu, Fixer Treffpunkt, zu Chinatown, dazwischen Inseln für Paradiesvögel aus aller Welt und Airbnbsuiten mit Akropolisblick.

Leserin

In den schmalen Straßen des Viertels haben die Häuser offenstehende Türen, über denen nackte Glühbirnen mit rötlichem Licht hängen. Vereinzelte Lichtpfeile, „Welcome Schilder“ oder blinkende Herzen weisen den Weg in die kahlen Flure, in die mein Blick im Vorbeigehen fällt und aus denen mit gesenktem Blick Gestalten ins Freie treten.

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An den Hausecken bildet Urin im schwarzen Dreck Rinnsale, der auf die Gehsteige läuft, so dass die Passanten auf die Straße wechseln. Neoklassische Villen zerfallen vor sich hin, die Fenster mit Brettern verriegelt, davor setzen sich Junkies die Nadel. An manchen Tagen fahren Hilfsorganisationen vor, die anbieten alte gegen neue Nadeln zu tauschen, manchmal hält ein mobiler Waschsalon, in dem Obdachlose ihre Kleidung waschen und trocknen können.

Lagerstätte

Und dann taucht plötzlich, nur eine Abzweigung weiter, wie eine Insel die Platia Avdi auf:

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Papagei

Türkis und gelb bemalte Stühle, Lichterketten in den Bäumen, der Geruch von frisch geröstetem Kaffee. Kellner mit geblümten Schürzen jonglieren Tabletts, auf denen bunte Getränke in hohen Gläsern schaukeln.

Kellnerin

„Blé Papagalos“, der blaue Papagei bildet das Herz der Platia: eine stilvoll eingerichtete Café – Bar, die sich über den Platz erstreckt. In der Zwischenzeit haben sich noch andere Bars und Restaurants auf dem Platz etabliert, sodass eine bunte Ausgehinsel entstanden ist. Im Sommer werden Filme an die Wände projektiert, Kinderwägen geschaukelt und Hunde von der Leine gelassen, im Winter erfreut man sich an Glühwein, obwohl selbst dafür eigentlich zu warm ist.

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Es schallen Gelächter und Gläserklingen über den großen Platz, Mopeds säumen den Weg, dahinter prangen Grafitos der großen Meister von Athen.

Ino

Metaxourgio ist aber nicht nur Rotlichtmilieu, Fixertreffpunkt und Hipsterparadies: Schaut man sich um, fallen einem schnell die weißen Transporter und Vans auf, die alle vollkommen mit Graffitis überzogen sind und sich tarnen wie Chamäleons durch ihre vollständige Bemalung.

Vans

Sie parken vor unscheinbaren Läden mit chinesischen Schriftzügen, die vielversprechende Namen tragen: „JIN YAN Fashion Trade Company“ „Dazhong Imp Exp Trading & Co“.

Laster

Athens Chinatown liegt hier versteckt, mit chinesischen Bekleidungsgeschäften, die nur an Großhandel verkaufen, dazwischen vereinzelte asiatische Lebensmittelläden, in denen ich manchmal herum stöbere, fasziniert von der kulinarischen Parallelwelt.

An den Wochenenden stehen ganze Container vor den chinesischen Modegeschäften. Mit Sackkarren werden große Pakete aus dem Container ins Ladeninnere verfrachtet, und als ich das Schauspiel fotografierte, wurde ich harsch zurecht gewiesen, dass dies hier nicht erlaubt ist.

Ladung

Ich wende mich weiter in eine Richtung, in der Fotografieren erwünscht ist: Hotels, frisch sanierte Wohnungen und kühne Bauprojekte, die auf die vielversprechende Zukunft des Viertels warten.

Blöcke

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Metaxourgio ist sicher ein Ort im Wandel, voller Gegensätze und spannenden Orten, die es zu entdecken gilt. Alle Fotografien aus diesem Beitrag wurden in einem Umkreis von 500 m aufgenommen, alle in den Straßen um die Platia Avdi.

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Werbung in eigener Sache:

An alle, die mich unterstützen möchten, einen Dokumentarfilm zu drehen, der die magnetische Anziehungskraft Athens auf Menschen wie mich erforscht, kommt hier zur Crowdfunding Kampagne.

Wer Lust hat bei der Blogparade zum Thema „Wünsche“ mitzumachen, kommt hier zum Aufruf.

Am 27. 12. bin ich in der „Halben Treppe“ in Heidenheim zu einer Bloglesung eingeladen, zu mehr Infos kommt ihr hier.

Die Wünsche der Griechen

Wenn am 1. September die Menschen in Griechenland* mit dünnen Blusen und Sandalen an gebräunten Füßen zur Arbeit gehen, wenn die Klimaanlagen surren, wenn sich Touristen mit Sonnenbränden durch die Gassen schieben, wenn Katzen auf warmen Steinen im Schatten ausharren, dann wünschen sie alle „Kalo Chimona“. Das bedeutet „guten Winteranfang“.

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Wo immer ich in den ersten Septembertagen hin gehe, wird mir freudig der Winteranfang gewünscht. Da mir noch Schweiß den Nacken hinunter rinnt, weiß ich nicht, ob diese Grußformel nicht hoffnungsvolles Wunschdenken ist – „auf dass der Winter bald komme und uns von der Hitze erlöse“. Vielleicht bin ich noch nicht griechisch genug geworden, um mich auf Regen und Kälte zu freuen, die jedoch sicher nicht schon im September kommen.

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Wenn ich den Frisörsalon verlasse, wünschen mir die Frisöre „me jasu“. Und wenn ich wenig später meine Freunde treffen, rufen diese „me jasu“. Und wenn ich Tag draufs zur Arbeit erscheine, sagen mir alle „me jasu“. Wenn ich mir ein neues Kleidungsstück kaufe, wünschen mir die Verkäufer „me jasu“. Was bedeuten diese Worte, die mir alle wünschen?

Übersetzt bedeutet es „mit Gesundheit für dich“ und es wird bei neuen Haarschnitten und dem Kauf neuer Dinge gewünscht. Ein Wunsch, den wir uns in der deutschen Sprache nur noch wünschen können.

Gleiches gilt für das Wort „Kalorisiko“ (καλοριζικο), ein Begriff, der sich nicht direkt übersetzen lässt, weil er in unserer Sprache schlicht fehlt. „Kalorisiko“ beglückwünscht zum Kauf von Anschaffungen, es wird dabei schon freudig im Geschäft gewünscht, und danach, wenn alle den neuen Kauf bestaunen.

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In Griechenland wünscht man sich viel, und weil ich das an dieser Kultur sehr wertschätze, habe ich nun alle Wünsche zusammengetragen, die mir bisher begegnet sind.

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Jede Woche beginnt mit einem Wunsch „kali ebdomada“ („Gute Woche“) und so auch jeder Monatsanfang: „kalo mina“. Diese Wunschformeln werden nicht nur von vereinzelten höflichen Menschen benutzt, sondern von fast allen denen man in diesen Tagen begegnet.

Der größte Wunsch in Griechenland scheint mir aber die Gesundheit (υγεία) zu sein. Schon die Begrüßung „Jasu“ oder „Jassas“ (γεια σου/σας!) beinhaltet den Wunsch nach Gesundheit für das Gegenüber. Oft wird der Wunsch nach Gesundheit sogar noch direkter ausgesprochen „Kai igia na exis“ (und Gesundheit sollst du haben).

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Es gibt auch Wünsche, die vielleicht die eine oder der andere schon Leid ist, wie der Wunsch „Kai sta dika sou“ („und auf die deine“). Ein Wunsch, der von Tanten und Verwandten jungen Unverheirateten gewünscht wird, und auf die Dringlichkeit der Hochzeit verweist. Der Wunsch geht meist einher mit „i ora i kali“ „die Zeit ist günstig“, also bitte ran halten.

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Wenn es dann soweit ist, wir dem Brautpaar „Hoch sollt ihr leben“ gewünscht „na sisete“ und poetischer „va siseste san ta psila bouna“ να ζησετε σαν τα ψηλα βουνα (auf das ihr wie die hohen Berge lebt). Natürlich wird hier auch schon einen Schritt weiter gewünscht: „Kai kalous apogonous“ „auf das ihr gute Kinder habt“.

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Und wenn dann nach dem griechischen Masterplan wenig später Nachwuchs unterwegs ist, wird mit Καλη λευτερια, „Kali leuteria“ beglückwünscht. Das bedeutet wörtlich übersetzt „gute Befreiung“, ein Wunsch der ursprünglich aus der Besatzungszeit stammt, aber hier eine neue Verwendung gewonnen hat. Für die Geburt wünscht man dann „me eva pono“ „mit nur einem Schmerz“.

Sind diese Wünsche nun alle in Erfüllung gegangen, wünscht man sich an jedem Geburtstag „alles Gute“, „chronja polla“, wörtlich übersetzt „viele Jahre“ oder noch besser: „Να τα χιλιασεις“ „auf dass du 1000 Jahre alt wirst“

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So geht der Weg eines griechischen Kindes dann weiter bis in die Schule, hier wird dann „Kali archi“ gewünscht, immer am Anfang eines jeden Schuljahres. Bis endlich der Abschluss bestanden ist, zu dem man dem jungen Menschen dann „kali stadiodroma“ „guten Kurs, guten Lebensweg“ gewünscht. Doch dieser führt bei den Jungen erst einmal zum Militär. Hat man dies auch erfolgreich hinter sich gebracht, wird einem dort „Kalos politis“ gewünscht, „auf dass er ein guter Bürger werde“.

Hier führt einem der Weg in die ersten Liebesabenteuer, zu denen einem die Freunde augenzwinkernd „Kalo boli“ wünschen, wörtlich übersetzt „guten Schuss“ und „kala na perasis“ „auf dass du eine gute Zeit verbringst“.

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So geht es dann durch die Jahreszeiten und Feste, man wünscht sich gute Sommer, und ab September dann wieder gute Winter, das Leben wird durchzogen von Wünschen, die einen begleiten.

Selbst die Wünsche am Ende des Lebens sind das Leben bejahend „Zoi se sas“ (ζωη σε σας) „Leben zu euch“ und „Na sisete na ton thimaste“ „Auf das ihr lange lebt, um euch an den Verstorbenen zu erinnern“.

Und hört man genau hin, was sich die Omas und Opas auf dem Friedhof wünschen, dann hört man sie sagen: „kalo paradiso“, „auf ein gutes Paradies“.

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Die Fotografien sind auf den Kykladen aufgenommen. Texte und weitere Fotografien zu den Inseln findet ihr hier (Naxos) und hier (Andros).

Bloglesung: Am 27. 12. 2019 werde ich in Deutschland (Heidenheim) sein und aus diesem Blog lesen. Ich würde mich unglaublich freuen, den einen oder die andere dabei kennenzulernen. Mehr Infos dazu hier.

*Der Einfachheit halber wird im gesamten Text die männliche Form verwendet; die weibliche Form ist selbstverständlich eingeschlossen.

In einem Himmelsspalt

Ich hatte Heimweh nach Herbst. Nach Tau am Morgen, nach süßlicher Luft, nach frischen Wind, und nach dem Wunsch sich auf ein warmes Zuhause zu freuen, nach einem Tag unter Wolken.

In Athen scheint die Sonne, und da es kein Laub zum buntwerden gibt, beschloss ich dorthin zu fahren, wo sich in Griechenland der Herbst versteckt. Mein Weg führt nach Evritania, in den Schwarzwald Griechenlands.

MikroChorio

Tannen. Tannen. Und Tannen. Berge, deren Gipfel von Wolken gefressen werden.

Statt Laub fallen Steinbrocken von den Berghängen. Die Temperatur ist mindestens zehn Grad kälter als in Athen, die Frische tut gut.

Hütte

Wir fahren durch Dörfer mit Häusern aus Stein, und Äpfeln an den Bäumen. Menschen sehen wir selten. Magere Kühe grasen an der Böschung, Ziegenherden haben sich ganz auf der Straße niedergelassen, der Hund putzt sich in aller Seelenruhe.

Ziegenherde

Kuh

Wir halten an, es erklingt kein Geräusch, außer dem Wind in den Bäumen. Bis auf die Asphaltstraße fehlt oft jedes Anzeichen von Zivilisation. Und die Denkmäler an die Besatzung sind oft die einzigen Stellen, die an das Vorhandensein der Menschheit erinnern.

DenkmalDenkmal an den ersten Kampf zwischen den griechischen Widerstandskämpfern und den Besetzungsmachte Italien, 1942

LurchiEin Feuersalamander kreuzt unseren Weg

Bis irgendwann malerische Dörfer auftauchen, mit Schildern von Ferienhäusern und kleinen Läden mit traditionellen Produkten. Wir haben „Megalo Chorio“ erreicht, ein touristisches Örtchen, das unter der Woche schläft, bis es am Wochenenden von großen Reisebussen aufgeweckt wird.

Megalo Chorio AMegalo chorio

Dann strömen die Menschen aus den hier genannten „Pullmanns“ (Reisebussen) in Scharen aus, schwirren in die Gassen, kaufen in Großpackungen Bergkäse, Bergkräuter und selbstgemachte Nudeln, trinken einen Kaffee auf der Terrasse mit Aussicht und wenn sie Glück haben, ist das Bergpanorama nicht von Wolken verhangen.

Souvenier

Dann schiebt sich der Bus weiter, zur eigentlichen touristischen Attraktion der Region: „Prousso“. Ich frage mich wirklich, wie die Busfahrer das meistern, denn schon für unser Auto wird es oft eng.

Steinbrocken

Die Straßen fallen steil ab, die Berge sind mit Netzen gestützt, und dennoch liegt die Straße voller Geröll, es fahren sogar mehrmals täglich Räumfahrzeuge, um die Steine zur Seite zu schieben. Inmitten dieser unwegsamen Landschaft, an Felsen gepresst, dem Abgrund schwindelerregend nahe, kann nur ein Kloster liegen. Der Glockenturm ragt auf einem einsamen Felsen aus dem Tal hervor, die Griechen sagen, wer bisher nicht an die Mutter Gottes geglaubt hat, tut das spätestens hier.

Klosterturm

Die gläubigen Griechen pilgern zu dem Kloster Proussos um die Ikone der heiligen Maria (Panagia tis Prousiotissas) zu küssen. Diese sei auf wundersame Weise von Kleinasien an diesem Ort erschienen und hat das Kloster zu einem der wichtigsten Pilgerorte in Griechenland gemacht. Touristen aus anderen Ländern verirren sich hier hin nie. vielleicht haben sie selbst einen Herbst zuhause? Oder küssen keine Madonnen?

KlosterkapelleDie Kapelle von Proussos

Hinter dem Ort Proussos führt ein Wanderweg in eine schmale Schlucht. Bäche durchziehen wie Adern die Täler, darüber spannen sich holzbrücken, Moos schmiegt sich an die Erde, und je höher wir kommen, desto felsiger wird es. Gepresste Steine in tausenden Schichten, aus denen wie ein Wunder noch Pflanzen sprießen. Der Himmel über mir nur noch ein Spalt, meine Brust wird eng.

SpaltBlick vom Felsvorsprung aus

Oben angekommen liegt plötzlich und unerwartet eine Höhle,  Eben in diesem Moment von der Sonne beschienen, die durch den Himmelsspalt hervor spickt. In den Felsvorsprung hineingebaut verbirgt sich eine Festung, die während der Besatzung genutzt wurde und deren Inneres in eine Höhle mündet. Nur durch abtrünnige Pfade zu erreichen, in schwindelerregender Höhe, umgeben von dichtem Gestein, mit Blick auf einen Spalt Himmel durch den sie Sonne ihre Strahlen schickt.

HöhleMavri Spilia (Schwarze Höhle)

Ich lasse mich sprachlos nieder.

Die grüne Linie – einmal quer durch Athen

In Athen kennen sie alle, die berühmt-berüchtigte „grüne Linie“ oder „Elektrikos“ genannt, die Straßenbahn, die den Süden Athens mit dem Norden verbindet. Hier ereignen sich tagtäglich Dramen und Komödien, hier finden sich die kuriosesten Gestalten zusammen, Musiker geben in Minikonzerten in Können zum Besten, Bettler leiern ihre Verse, und Fahrräder pressen sich ins letzte Abteil. Ein Blogbeitrag zu Ullis Blogparade „Alltag“.

AthenvonObenHier muss der Verkehr irgendwie durch

Eine kleine Reise quer durch Athen, von Piräus nach Kifisia, vom Meer in die Berge:

Hinter dem Hafen von Piräus warten die Waggons am Bahnsteig, ihre Haut lückenlos überzogen von Graffiti und Farbresten, nur die Fenster sind frei gekratzt, innen setzen sich die Schriftzüge weiter fort.

Piräus-grüne LinieHafen von Piräus

Mit einem kurzen Zischen öffnen sich die Türen, bereit ihre Ladung aufzunehmen. Braungebrannte Touristen, frisch erholt vom Inselurlaub, steigen in die Bahn, Sonnenmilchgeruch liegt in der Luft, Salzränder auf der Haut.

Attiki

Der Zug schiebt sich aus dem lärmenden Hafenort hinaus, durch die ruhigen Nachbarschaft Kallithea, vorbei an Wochenmärkten, an Fahrradwegen entlang. In Petralona steigen erste Bettler ein, jeder hat seinen Spruch, fasst in lauten kurzen Worten sein Leiden zusammen, zeigt geschundene Körperteile oder seinen griechischen Pass. Manche verkaufen Taschentücher oder Stifte mit einem Block.

A-Tunnel

Die Bahn nähert sich dem Zentrum, in Thissio steigen Touristen aus, um zur Akropolis zu schlendern, Straßenverkäufer zwängen sich mit kleinen Wägen ein, auf denen sie ihren Stand zusammengeschnürt transportieren. Es wird langsam richtig voll.

Ausgrabung

Die Bahn durchquert Ausgrabungen, auf denen sich Katzen putzen, fährt durch Tunnels, über denen Hütchenspieler tricksen, bis zum Monastiraki Platz, von dem Hakunamatata Rufe erklingen.

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In „Monastiraki“ beginnt das wirkliche Gedränge, viele Menschen wollten raus, noch mehr vollen rein. Verschwitzte Hände fassen an Haltestangen, Fahrräder verkeilen sich mit Kinderwägen, die Fenster werden aufgezogen, es riecht dennoch nach Mensch.

GewürzeMarkt zwischen Monastiraki und Omonia, hier fährt der Zug unterirdisch

An der unterirdischen Station „Omonia“ wird das Schauspiel in seiner ganzen Fülle dargestellt: Junkies murmeln mit halb offenen Augen und halten einen leeren Kaffeebecher für Kleingeld ausgestreckt, dazwischen gestikulieren amerikanische Touristen über den Stadtplan, ein Kind plärrt im Baggi, eine Frau verhandelt lautstark am Telefon mit dem Vermieter, daneben knutscht ein Pärchen, ein Opa sucht einen und der Rest wischt und tippt mit Kopfhörern im Ohr an den Handys herum.

UmstiegUmstieg an der Station Attiki

In Viktoria und Agios Nikolaus wird es bunt, Geflüchtete steigen ein und aus, neue Sprachen werden in Handys gerufen, ab Ano Patisia wird es leerer.

Nun kommen die Musiker zum Zug: Gitarristen mit gehäkelten Säckchen am Gitarrenhals schmettern lauthals Schlager, Akkordeonisten spielen Tango, und eine Gypsyband trägt sogar einen Kontrabass mit sich herum.

MoosbodenEirini, Peace and Friendship Stadion

Das Olympiastadion lädt Fahrräder zum Rundendrehen ein, die Waggons werden leerer, und leerer, je weiter sich der Zug in den Norden bewegt. „Epomeni Stasi – next stop“ erklingt aus den Lautsprechern, der Zug ist nun schon seit 24 Stationen unterwegs, wenn es schnell geht, dann sind bis dahin 50 Minuten vergangen. In Kifisia ist die Endstation, hier ist es nun grün und bergig, philippinische Hausangestellte steigen aus, kaufen vielleicht noch was im biologischen Delikatessen Markt, der direkt hinter der Station wartet. Sicherheitsbeamte weisen mich darauf hin, dass das Fotografieren an Stationen nicht gestattet ist.

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Nach einer kurzen Pause fährt der Zug wieder zurück zum Meer.

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Danke an Ulli, die vor einem Jahr diese schöne Idee der monatlichen Blogparade zum Thema „Alltag“ hatte. Die grüne Linie ist fester Bestandteil meines Alltags hier in Athen geworden.

Eine schöne Ergänzung sind sicherlich Gerdas Berichte über die Kunstwerke an den Metrostationen, wie zum Beispiel in Omonia. Aber auch die Zeichnungen, die Gerda in der Metro angefertigt hat.

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Eine letzte Sommerbrise aus Naxos

Mit einem kleinen roten Motorroller über die Insel brausen, ohne Karte ins Blaue zu fahren, immer am Meer entlang, oder doch plötzlich ins Landesinnere abzubiegen. Sich auf schmalen Serpentinen nach oben schlängeln, sich in die Berge hinein zu schrauben, mit dröhnendem Motor. Plötzlich feststellen, dass die Benzinanzeige gar nicht funktioniert und man schon ewig keine Tankstelle mehr gesehen hat.

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Fahren mit knatterndem Motor, bis einem der Hinter weh tut, aber dennoch kein Dorf in Aussicht ist. Um dann plötzlich unerwartet eine Ansammlung strahlend weisser Häuser zu sehen, alle an einem Berghang schmiegend.

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Unser Knattern zerreißt die mittägliche Ruhe, und beim Abstellen des Motors breitet sich die Stille in ganzer Fülle vor uns aus. Gassen mit weiß bemalten Stufen führen scheinbar planlos durch den Ort, und wir folgen ihnen ohne Ziel, voller Staunen über die Verwunschenheit der abgelegenen Dörfer.

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Blumenkübel säumen die Wege, Farbtupfer im hellen Weiß. Hinter einer Windung öffnet sich plötzlich der Dorfplatz, in einem Café sitzen die Menschen zusammen, auf hölzernen Stühlen unter dem Schatten alter Platanen, Katzen liegen faul auf Bänken und eine Bank lädt zur Atempause ein.

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Wir trinken durstig das kalte Wasser und den Cappuccino mit Eis, bevor es wieder zu unserem treuen Gefährt zurück geht. Weiter auf einsamen Straßen, Schilder gibt es kaum, wir lassen uns überraschen. Als Belohnung erhalten wir atemberaubende Aussichten, Berghänge über die der Wind pfeift, Olivenhaine, die sich in einer großen Ebene vor uns ausbreiten.

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Die Nordküste liegt einsam und wild, der Wind bricht die Wellen und schleift an den Felsen. Unerwartet liegt dort ein Strand voll bunter Schirme, Tavernen und Cafés in denen die Männer Tavli (Backgammon) spielen.

Naxos_bunterStrandStrand von Appolonas

Die Wellen brechen sich an den Steinen, welche die Bucht schützen. Wir setzen uns in eines der Cafés und essen Loukoumas mit Vanilleeis (in Fett gebackene Hefeteigbällchen), weil alle anderen um uns herum das gleiche tun.

Naxos_appolonasApollonas

Wir schwingen uns wieder auf die Knattermühle, fahren weiter, nun Richtung Süden, halten am Straßenrand um Feigen zu pflücken, lassen Ziegenherden über die Straße ziehen, grüßen den Hirten. Fahren vorbei an venezianischen Türmen, die verlassen in der Pampa stehen und darauf warten, fotografiert zu werden.

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Im Westen der Insel liegen mehr Dörfer, Töpferware wird am Wegrand angeboten, Fleischstücke hängen im offenen Grill, hier sehen wir auch andere Touristen durch die bunten Gassen streunen und hausgemachte Limonade aus langen Gläsern trinken.

Nach einem langen Tag, erreichen wir wieder den Hafenort, verabschieden und schweren Herzens von unserem treuen, knatterndem Weggefährten und sehen zu, wie die Sonne hinter dem berühmten Steintor ins Meer fällt.

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Naxos mit dem Motorroller zu erkunden macht Sinn und Freude, weil die Insel sehr weitläufig ist, und landschaftlich vielfältig. Die Westküste ist touristisch belebt, und wegen der langen Sandstrände beliebt. Der Norden hingegen ist selbst in der Hauptsaison verlassen und windig frisch. Der Hafenort Naxos-Stadt ist im Sommer sehr voll, schmale Gassen führen hinauf zum Kastro, gesäumt von Souvenirhändlern, Tavernen und Cafés. Es gibt viele Orte direkt am Hafen, um einen Roller zu leihen, auch ohne Motorradführerschein gibt es kleine Kisten, die es bis über die Berge schaffen.

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In Wehmut an den Sommer, nun wieder in Athen…

Goldflüsse auf dem Hügel der Musen

Ist es das Wissen darum, dass diese Strahlen die Letzten des Tages sind, bevor die Sonne verschwindet? Ist es dieses Wissen, ob ihrer Endlichkeit? Was zieht uns am Abendlicht in Bann? Was ist es, dass mich beim Anblick der Abendsonne einen Spur Traurigkeit fühlen lässt? Tagelang liegt Athen in der Hitze und ich steige auf einen Berg, um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen, als hätte ich noch nicht genug.

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Sind es die Strahlen, die nun nicht mehr heiß brennen, sondern für kurze Zeit rote, flache und warme Schatten werfen?

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Auf den Wegen ist rotes Gold verschüttet, auf das ich vorsichtig meine Schritte setze, irgendwie verwundert, dass nichts an meinen Sohlen haften bleibt.

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Und hier sehe ich mich plötzlich selbst im Flammenschatten oder im Goldfluss.

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In den allerletzten Zügen scheint die Sonne noch einmal ihre volle Farbkraft hervorzuholen, wie zum Beweis, dass es noch nicht vorbei ist. Sie taucht alles in Feuer. Die trockenen Gräser scheinen in Brand gesteckt zu sein, auf den Stämmen flackern Flammen, die Nadeln beginnen schon fast zu knistern. Das letzte Licht lodert noch einmal auf.

lichtspiele8All Abendlich steht der Filopappou Hügel in Sonnenflammen, Menschen ziehen es auf seinen Gipfel, um die Sonne hinter Athen untergehen zu sehen. Die alten Griechen glaubten, dass auf diesem Hügel die neun Musen lebten. Ich kann sie in ihrem Glauben gut verstehen.

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Fotografieren heißt schreiben mit Licht. Daran denke ich immer dann, wenn ich mit meiner Kamera losziehe um Bilder einzufangen. Fotografie, ein Wort, das aus dem Griechischen kommt: φῶς heißt Licht, (φωτός im Genitiv), gesprochen wird es Photos und γράφω, grafo bedeutet schreiben und zeichnen.

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Nach dem Sonnenuntergang wartet die Sternwarte auf dem Hügel auf den Nachthimmel.

Agistri mit Freddo

Wer die folgenden Zeilen ließt, sollte sich vorsichtshalber gleich einen Eiskaffee bereitstellen und wenn möglich die Zehen in Sand stecken, es kann notfalls auch eine Sandkiste sein.

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Für Fernweh und sofortige Reiselust übernehme ich keine Verantwortung.

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In den frühen Morgenstunden, wenn die Strände noch leer sind und die Insel der Sonne noch verschlafen entgegen blinzelt.

Wenn der Sand noch kühl ist, und sich meine Zehen darin vergraben möchten. Wenn die streunenden Katzen sind noch ungefrühstückt sind und den Hunden beim Gassigehen zusehen.

Dann kommt die erste Fähre an.

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Die morgendliche Fähre spuckt neue Athener aus, die wie ich ihre Zehen in den kühlen Sand stecken möchten.

Sich unter Pinien legen, einmal ganz das Häusermeer vergessen, und den Himmel bestaunen, der hier so anders ist.

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Sie kommen mit bunten Strandtaschen und Badelatschen, den Bikini schon gleich angezogen, eingehüllt in den Geruch von Sonnenmilch. Sie schwirren aus, holen sich den zweiten* kalten Cappuccino (Freddo) auf Eis zum mitnehmen, schleichen auf Pfaden zu versteckten Stränden im Pinienwald, bauen sich Lager, Sonnensegel und breiten Decken aus. Essen frische Kirschen, die sie noch schnell am Hafen gekauft haben, stecken den Freddo Cappuccino in den Sand, strecken die Beine in die Sonne und warten, bis sie braun werden.

*den ersten Freddo trinkt man bereits an Deck

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Irgendwann, wenn die Kirschen als Kerne im Sand liegen, und die Reste der Sesamkringel als Krümel daneben, wenn der Magen knurrt und die Sonne zu heiß wird, dann schleichen sie sich wieder ins Dorf zurück.

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Bei Tasos in der Taverne sind noch Tische im Schatten frei, er spannt ein Papiertuch darüber und stellt kaltes Wasser dazu. Wer wenig Geld hat, isst „Souvlaki ap ola“ (mit allem), wer verliebt ist, sagt „choris kremidi“ (ohne Zwiebel). Zum Nachtisch gibt es Melone in Stücke, ein Geschenk des Hauses. Der Kaffee danach darf nicht fehlen und jetzt schnell zurück zum Strand, um im Schatten den Bauch in Ruhe verdauen zu lassen.

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Die Zeit bis zur letzten Fähre vergeht zu schnell, noch ein letztes Bad, noch einmal in der Sonne trocknen um dann mit Salzresten auf der Haut, auf Badelatschen durch den Pinienwald zu rennen, durchs Dorf, Tasos zum Abschied zu winken, gerade noch die Fähre zu erwischen.

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Sie strömen an Deck, lehnen übers Geländer, sehen zu wie die Insel immer kleiner am Horizont verschwindet und dann Athen als Lichtermeer am anderen Horizont erscheint.

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Die Insel Agistri ist vor allem bei Studierenden aus Athen beliebt, weil man so einfach am Wochenende schnell hin fahren kann. Manche übernachten eine Nacht und legen sich an einen der abgelegenen Strände, manche schlagen kurz ein Zelt auf, und manche schlagen sich so den ganzen Sommer über durch. Wer die Insel erkunden möchte, leiht sich ein Fahrrad, oder nimmt den Bus, der zu anderen Stränden fährt. Außer den Hafenörtchen gibt es Pinienwald, Strände und einen Himmel, der sich darüber spannt und einen vergessen lässt, dass Athen nur zwei Stunden entfernt liegt.

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****** Tipps für Reiselustige ********

Agistri ist mehrmals täglich aus Athen per Fähre zu erreichen. Da die schönsten Strände kaum Schatten haben, empfiehlt es sich einen Sonnenschirm mitzunehmen, oder an einen der Strände am Hafenörtchen zu gehen. Per Bus kann man auch den Strand Aponisos erreichen, hier gibt es einen Bereich mit Sonnenschirmen und eine kleine Taverne.

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Wer hat diese Wolken getanzt?

Unter dem Himmel spannt sich ein Meer, dessen Wellen so glatt sind, dass ich fürchte unser Boot zerschneide ein feines Tuch. Der Himmel wölbt sich und hat für uns Gemälde gemalt. Sie spiegeln sich auf der glatten See wider. Wolken wie getanzt, wie aus einer Feder gezogen, wie gehaucht. Die Inseln liegen bedächtig staunend darunter, schlafend und türkis träumend.

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Ich versinke, mein Blick taucht ins farbige Wasser, weiße Gischt schäumt neben unserem Boot bis eine Möwe mich aus meiner Versunkenheit weckt. Das Wasser unter ihr wird zum Himmel, vor dem sie gleitet, begleitet vom Wellenspiel, bis mir schwindelt.

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Wir legen an. Auf der Insel scheint es nur den Himmel zu geben, und ringsherum das Meer. So weit ich auch gehe, ich sehe um die nächste Bucht nur wieder Meer, in alle Farben getaucht.

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Ich laufe zum Sonnenuntergang, der nur um eine Biegung weiter passiert. Schneller als ich es mir wünsche, fällt die Sonne ins Meer und hinterlässt ihre goldenen Schlieren als letzten Gruß. Dachte ich. Aber die Malerei des Himmels ist damit noch nicht zu ende.

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Jetzt werden Pasteltöne aufgezogen, sanftes Violett aus den Bergen hervorgezogen.

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Ich verneige mich. Erst als das letzte Bunt zu sehen ist, zünden die Menschen ihre Lichter an. Und wieder ist es das Meer, das diese Lichter widerspiegeln darf. Ich werde nicht müde zu sehen.

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Die Wolkenmalereien habe ich auf der Fahrt von Athen über den Saronischen Golf nach Agistri eingefangen. Auf Agistri bin ich an Land gegangen und durfte die Sonne bestaunen. Agistri ist eine kleine Saronische Insel, die zwei Stunden von Athen entfernt liegt. Weil sie nur 14m² groß ist, sind der Himmel und das Meer zwei ständige Begleiter.

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