Von Blüten und Staub

Ich streife auf schmalen Pfaden über die Insel und sauge Bilder auf. Manchen davon habe ich erlaubt sich durch meine Kamera zu verewigen. Jede Blüte lässt mich atemlos ob ihrer einzigartigen Schönheit.

MitNetz1.    Wilde Gladiole          

Jede der Pflanzen trägt einen Namen, den ich nur selten weiß. Zu gern würde ich wissen, was auf Andros alles blüht. Ich lade euch alle ein, euer Wissen zusammenzutragen und die Pflanzen ergänzend zu benennen.

Orchidee2. Ragwurz

Hyazinthe23. Lupine

Zistrose4. Zistrose (Cistus)

„Bald wird die Sonne die Farben rauben und der Erde ihr staubiges Kleid überwerfen, noch aber ist Zeit voller Lust zu sammeln“ denkt sich der Käfer, bevor er sich kopfüber in den Kelch wirft.

Unbekannte in gelb5.

Schafe im grün

Blaue Unbekannte6.

Die Pflanzenvielfalt lässt mich ehrfürchtig staunen, all diese Farben und Formen so dicht beisammen.

Ginster7. Ginster

Schachtelhalm8. Schachtelhalm

FenchelWild9. (Das Titelbild zeigt diese Blüte im Knospenstadium, das Gewächs wird bis zu 2 Meter hoch)

Malven10. Malve

Johannis11. Johanniskraut

Alle Fotografien sind auf der Kykladeninsel Andros entstanden, auf Wanderungen zwischen den Dörfern Koureli, Falika und Sasa.

Kourelis

Bei den Pflanzen handelt es sich ausschließlich um wild gewachsene Geschöpfe, fern gehegter Gärten, auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist.

Hyazinthe12. Löwenmäulchen?

 

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Der große Freitag in Griechenland

Die Glocken der über das Land verstreuten Kirchen schlagen vereinzelte Töne, um dann wieder für eine lange Pause zu verstummen. Über der Insel liegt eine schwere Stimmung. An den Abenden gehen die Menschen in die Kirchen, deren Türen immer offen stehen und gedenken der Kreuzigung.

Ostern, und somit auch die Karwoche, werden in Griechenland nach orthodoxer Tradition nicht immer zeitgleich mit dem katholischen oder evangelischem Ostern gefeiert, sondern dieses Jahr eine Woche später. Ich bin wieder einmal nach Andros gereist, um die Feiertage dort zu erleben.

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Aus den kleinen Dorfkirchen in den Bergen klingen Gesänge aus den Lautsprechern und werden vom Wind über das Tal gestreut. Sie mischen sich mit dem Meereswind und den Glocken.

In der Kirche schmücken alle gemeinsam einen symbolischen Sarg mit weißen Blüten, und die Kinder zupfen Blütenblätter in einen geflochtenen Korb, Öl aus Jasminblumen wird auf die Handflächen getropft.

Leuchtsarg

Am Karfreitag Abends versammeln sich die Menschen nicht wie an den anderen Tagen dieser heiligen Woche in der Kirche, sondern warten davor. Sie warten vor allen großen Kirchen, bei manchen wartet noch eine kleine Musikkapelle. Es ist Nacht und längst dunkel, als der Pfarrer und einige Männer aus dem Dorf, den mit Blumen geschmückten Sarg aus der Kirche tragen. Sie tragen ihn auf ihren Schultern durch die Gassen, begleitet von Gesängen und Klängen der Kapelle. Wir folgen dicht, und der Sarg leuchtet in den schmalen Gassen. Vor jeder Kirche, die wir passieren, hält der Zug an und der Pfarrer segnet das heilige Haus. Menschen läuten bedächtig mit dicken Seilen die Glocken im Turm.

Gassenlicht

Wir wandern bis ans Meer, welches schwarz unsere Lichter spiegelt. Wir ziehen an Häusern vorbei, vor denen an den Türen Weihrauch auf einer Kohle verbrennt und alle Gassen mit Rauch berauscht. Von manchen Balkonen werfen die Menschen Blütenblätter, die sich in Haare legen und auf unsere Schultern. Allen voran der leuchtende Sarg auf starken Schultern. Und um uns eine Schwere.

Unser Zug kreuzt andere Prozessionen aus den anderen Kirchen, bis sich alle auf dem Hauptplatz versammeln, wo nun die leuchtenden Särge so weit wie möglich in die Höhe gehalten werden.

Danach zieht jede Prozession wieder zum Ausgang zurück, dort wird der Sarg vor dem Kircheingang platziert. Die Menschen werden noch leiser, und der Priester klopft an die verschlossene Kirchentür. „Wer ist dort?“ wird von Innen gerufen. „Ich bin es Christus“ erwidert der Pfarrer. Und nach einem kurzen Dialog, wird die Türe aufgestoßen, und der Priester betritt wieder seine Kirche. Die Wartenden gehen nun unter dem Sarg hindurch, in die Kirche hinein, und hoffen dabei auf Glück.

Sie wünschen sich xronja polla, was „viele Jahre“ bedeutet und gehen nach Hause, den am nächsten Tag steht der große Samstag an.

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Die Fotografien sind in Chora und im Kloster Panteleimon auf der Insel Andros entstanden. Um ganz den Moment zu erleben, habe ich diesmal nur wenige Bilder fotografiert. Wer mehr von dieser Stimmung erleben will, dem rate ich Ostern einmal in einer ländlichen Gegend in Griechenland zu feiern, am besten die ganze Karwoche.

Athens Aprilgeruch

Wie die Menschen in Athen im Duft schwelgen:

Blütendunst

Sie schließen die Augenlider, führen dabei drei Finger vor dem Gesicht zusammen und atmen tief ein. Atmen den Duft der weißen Blüte ein, die sie zwischen den Fingern halten. Eine Blüte, die sie vom Baum gepflückt haben, einer der Bäume, die in diesen Tagen voller Blüten sind. Sie atmen den Duft ein und sagen, die Augen noch immer geschlossen: „Naranzia“ (νεραντζιά). Sie atmen den Duft ein, der die Stadt erfüllt, nachts, nach dem ein lauer Regen den Asphalt benässt hat.

Blütenboden

Nach einem Regen, wenn alles nach diesen Blumen riecht, die im Überfluss in jeder Straße auf den Bäumen blühen. Auf Bäumen, die noch Früchte tragen und ich immer staune, wie ein Baum blühen und zugleich Früchte tragen kann.

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Früchte, die so reif sind und so voller Überfluss an den Straßen wachsen, dass sie auf den Asphalt fallen. Sie platzen auf, rollen zusammen, und werden von Blüten bedeckt.

Fruchtsammlung

Blüten, die so im Überfluss blühen, dass sie die Menschen in Athen im Vorübergehen von den Zweigen brechen, sie in den Fingern halten und den Duft einatmen, während sie den Namen sagen: „Naranzia“.

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Naranzia werden bei in der deutschen Sprache als Bitterorangen oder Pomeranzen bezeichnet und sind eine Mischung aus Pampelmuse und Mandarine.

Aus den stark duftenden Blüten wird das ätherische Neroliöl gewonnen, welches als Bestandteil für Parfüms verwendet wird sowie in der Aromatherapie wegen seiner entkrampfenden Wirkung Anwendung findet. Auch die Schalen der Früchte finden sich in der Parfümerie wieder, als Bitterorangenöl, in Düften mit zitronig-frischer Note.

Fruchtschwere

Ungekocht sind die Früchte jedoch nicht genießbar, weil das Fruchtfleisch einen sauren Geschmack hat, diese auch genannten „sauren Orangen“ lassen sich aber wunderbar als Marmelade verarbeiten. Wer ein Rezept dazu findet, kann dies gern hier im Kommentar teilen.

Wie ich dem Augenblick begegne

Kleinode, die man im Vorübergehen streift. Wer wach ist, schnappt sie auf, wer woanders träumt, an dem ziehen sie spurlos vorüber. Wer genau hinsieht, der entdeckt darin selbst den Traum.

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Kinder, die mit offenen Augen Träumen und deren Blick sich scheinbar noch nicht an diese Welt gewöhnt hat.

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Momente, an denen für kurz die Zeit stehen geblieben ist und ich sie nun für immer anhalte. Ewige Momente, verewigt in einem rechteckigen Bild.

Treppenkinder

Es kostet mich jedes Mal aufs neue Überwindung die Gegenwart einzufangen. Zwischen mich und das Geschehen einen Apparat zu setzen, mich selbst außen vor zu bringen und den Traum in einen Kasten zu zwingen.

Baggy Opa

Es sind viele Momente vergangen, an denen ich mich entschloss, den traumhaften Augenblick nicht festzuhalten, meine Geräte in ihren Taschen zu lassen, nicht auf den Auslöser zu drücken, nicht abzuzielen und kein neues Bild in die Ewigkeit zu setzen.

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Sondern einzuatmen und wieder auszuatmen, wach alles aufzusaugend, um es danach der Vergesslichkeit auszuliefern.

Manchmal war aber die Verlockung zu groß, ein Verlangen das Traumhafte zu besitzen, es aus der Gegenwart zu entwenden, es wieder und wieder ansehen zu können und es zu sagen, da, schaut her, hier bin ich gewesen, das habe ich gesehen, so war es. Schaut es euch alle an.

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Schauspiel in blau weiß

Noch sind die Kafenions leer, die gläubigen Orthodoxen sitzen seit der Morgendämmerung in der Kirche und lauschen der Verkündung. Später erst stoßen die Langschläfer durch die offen stehenden Türen dazu, jeder kann hier kommen und gehen wann er will.

Kirchgang

Es ist der 25. März, der Tag der Maria Verkündung* und gleichzeitig auch der Nationalfeiertag**, ich habe wie viele andere aus Athen das lange Wochenende genutzt, um das Schauspiel auf einer Insel zu verfolgen: Wie so oft auf dem geliebten Andros.

Tische

Aus der Kirche geht es ins Kafenion unter der Platane, gewartet wird jetzt bis die große Parade beginnt.

Auf dem Kirchvorplatz haben sich nun die Bewohner und Bewohnerinnen des Inselhauptstädtchens versammelt. Es liegt eine aufgeregte, vorfreudige Stimmung in der Luft, wie hinter den Kulissen kurz bevor der Vorstellung.

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Verträumte Gesichter warten in der Mittagssonne auf den großen Moment: Einmal alle zusammen als Gemeinde durch den Ort marschieren.

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Allen voran der Bürgermeister und sein Gefolge.

Gefolge

Danach folgt die Kapelle, und dann die Kinder bis zur Jugend, Schülerinnen in knappen Röcken, Schüler der Marineschule und ein streunender Hund.

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Schulparade

Die Athener schießen von den Cafés aus Fotos, um wie ich die Nostalgie einer anderen, für uns längst vergangenen Welt einzufangen. Wie ein Schmetterlingsfänger mit seinem Netz.

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Wir belächeln und beneiden zugleich das Schauspiel der Provinz: Vom Stolz des Bürgermeisters und seinem Gefolge, wie er gleich durch das Tor schreitet, und ihn dann ein Blitzlichtgewitter empfängt, das leider in der Sonne untergeht.

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Vom Zauber der Insel, den wir auf den Gesichtern der Kinder lesen, die Fahne haltend, Kopftücher aus weißem Stoff die in der Sonne leuchten.

Danach gehen alle in die Tavernen und essen Bacalhau mit Knoblauch Creme**, eine heute erlaubte Ausnahme in der Fastenzeit. Am Abend steigen die Athener wieder auf ihre Fähren, lassen die Insel hinter sich, den Zauber und die Prise der Nostalgie.

Häuserflucht

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*Am 25. März wird Maria Verkündung gefeiert, von den Griechen „Evangelismos Theotokou“ (Ευαγγελισμος Θεοτοκου) genannt. Der Begriff „Evangelium“ (εὐαγγέλιον) kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gute Nachricht“. Der Engel Gabriel soll an diesem Tag Maria die Nachricht überbracht haben, dass sie den Sohn des Heiligen Geistes zu gebären werde.

**Der Nationalfeiertag bezieht sich auf den 25. März 182, den Beginn der griechischen Revolution gegen die Herrschaft der Osmanen und für eine unabhängige griechische Republik.

***Wer jetzt Lust auf Knoblauch bekommen hat, findet das Rezept zur Knoblauch Creme, die an diesem Tag traditionell gegessen wird auf diesem schönen griechischen Food Blog „Zitronen und Olivenöl“.

Von blühenden Steinen und Mut

Mohn, der seinen Kopf durch den Fels gepresst hat und jetzt in einem zitternden Kleid auch vom Wind noch nicht gebrochen wird.

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Alte Mauern, die schon große Reden erhören durften, tragen jetzt still und hoffentlich mit Stolz blühende Blätter auf dünnen Stielen.

Kakteenblau

Nun, da der Regen auf die Stadt gefallen ist, Pfützen und Löcher zu kleinen Teichen hat werden lassen, da kommen sie alle hervor.

FelsengelbSpitzwegerich

Ein drängender Wille, das Licht zu sehen und ihm seine Farben entgegen zu recken. Ein Wunsch,  dem Fels zu entkommen, der trotz Härte einen Samen bergen kann.

FelsgeschöpfWolfsmilchgewächs

Auf andere fallen die letzten Sonnenstrahlen der Tages, sie werden zu Zeugen der fallenden Sonne und ergeben sich nicht.

Sonnenabschied

Verwurzelt in nur einem Hauch Erde, alle Farben aus einer Unmöglichkeit zu entfalten und nicht müde werden – ihr macht mir Mut.

SonnenbuschGelber Blasenstrauch

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Die Blumen aus den Fotografien wachsen um die Akropolis herum, auf dem Filoupappou Hügel, bei der archäologischen Fundstätte des alten Friedhofs in Athen und sicher noch an vielen anderen Stellen, die es sich noch zu entdecken lohnt.

Wer die Pflanzen mit fehlenden Titeln erkennt, darf gern ergänzen und gegebenenfalls auch verbessern.

Vom Lauf der Inselflüsse

Als Insel ist Andros von allen Seiten von Wasser umgeben. Jetzt, da der Schnee auf den Bergen eben geschmolzen ist, bilden sich Bäche, die zu reißenden Flüssen werden und nach einer kurzen aber wunderschönen Reise ins Meer münden.

Brücke

Die Bewohner der Insel erzählen, nach diesem Winter seien selbst lang vergessene Quellen, die man schon versiegt glaubte, wieder zum Leben erwacht. Sie entspringen in heiligen Klöstern, oder versteckt zwischen grünem Gras in der Einsamkeit der Gipfel.

Pferdeweide

Auf warmen Steinen sonnt sich eine Schildkrötenfamilie, Schwäne treiben stolz darüber hinweg und Pferde stehen im Dämmerlicht.

Schildkröte

Um die Bachläufe sammelt sich Grün in Hell und Dunkel und anderen Tönen, für die ich keine Wörter finde. Dazwischen sind die unzähligen Blumenfarben getupft, ein unendlicher Teppich als Wegbegleitung.

Auf diesem Weg sammeln die Bäche so viele Freunde ein, dass sie zu einem Fluss anschwellen, der sich mühelos über die menschengemachten Straßen hinwegsetzt.

Wegabschneider

Beim Wandern muss ich oft meine Schuhe ausziehen und barfuß durch das kalte Wasser waten. Wenn ich durstig bin, beuge ich mich zum Wasser und trinke aus der hohlen Hand.

Spiegelbach

Ich begleite mit den Bunt der Blumen den Lauf des Wassers, von Berg bis in sein Tal. Tiere weiden hier auf fruchtbaren Feldern, die nach einer Weile in einem Schilfwald enden. Dahinter liegt der Strand und dahinter das weite Meer.

Strandfluss

Der Fluss bahnt sich seinen Weg durch den Sand, teilt den Strand in zwei ungleiche Hälften, bevor er sich mit dem großen Wasser vereint und salzig wird.

MündungMündung bei Chora, dem Inselhauptstädtchen

Fast tut es mir weh, das süße Wasser münden zu sehen. Im Sommer werden wir jeden Tropfen in Ehren halten.

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Andros ist eine große Insel in Griechenland, die zu den Kykladen zählt. Sie ist im Vergleich zu den anderen Kykladeninseln sehr bergig und hat selbst noch in den heißen Sommern Trinkwasser und Bäche, was sie zu einer grünen Insel macht.

Schichten

Ab März kann man vielen gut beschilderten alten Pfaden wandern und dabei verwunschene Orte entdecken.  Die Fotografien sind alle auf der Wanderung von Falika nach Chora entstanden. Bei weiteren Fragen gebe ich euch gern Auskunft.

KircheImGrün

Fleisch, Rauch und Trommelwirbel – Karneval in Athen

Die ganze Stadt riecht nach Fleisch und Rauch, es ist „Tsiknopemti“ und überall wird gegrillt. Vor den Tavernen stehen auf den Bürgersteigen große Grills, die mit Spießen belegt sind. Das Fett tropft in die heiße Glut, Oregano wird mit kohlegeschwärzten Händen aus großen Plastikschalen über das Fleisch geworfen. Pitabrote werden mit Olivenöl bestrichen und über die Glut gehalten. Straßenhunde liegen gespannt auf der Platia und warten.

Souvlaki

Auf ihren Dachterrassen stellen die Menschen dreibeinige Grills auf, der Rauch steigt in den Himmel, Tsatsiki wird auf kleine Tische gestellt und die Zitronen frisch vom Baum geholt.

Titelmaske

Der griechische Karneval wird „Apokries“ genannt, was so viel wie „Fleisch vorbei“ bedeutet. Die Woche, als deren Höhepunkt der „Tsiknopemti“ gilt, ist die Fleischwoche. Danach folgt die Käsewoche, denn die gläubigen Orthodoxen Griechen sollen in der Fastenzeit auch auf Milchprodukte und Eier verzichten.

Maskenwand

An den Sonntagen der Karnevalszeit gibt es in dem Stadtteil Metaxourgio Straßenumzüge, die bunt, laut und chaotisch sind. Es wird getrommelt, getanzt und bis in die Nacht um die Häuser gezogen.

Bläser

Zuschauende vermischen sich mit den trommelndem Zug, es wird für eine bessere Sicht auf parkende Autos geklettert, Konfetti mischt sich mit den Bunt der Graffitis.

Badman

Karneval in Griechenland ist nicht nur später als in Deutschland, sondern auch ganze drei Wochen lang. Die größte Sause findet in Patras statt, der griechischen Karnevalshochburg.

Trommelwurf

Dieses Jahr ging es am 17. Februar los, und vorbei sein wird es erst am Montag, 11. März. Diesen Abschluss der Karnevalszeit bildet der „Saubere Montag“, an dem man bunte Drachen steigen lässt. Über diese Tradition habe ich bereits letztes Jahr bereits berichtet, ihr könnt hier über die Drachen des sauberen Montags lesen.

Federhelm

Ich hatte Wald erwartet

Die Ausstellung „State of Play“ der Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß in Athen inspirierte mich zu einer kreativen Form der Bildbetrachtung:

Zukünftig„Zukünftig“

Zukünftig will ich jedes einzelne Haar auf eine Nadel fädeln und daraus einen Teppich weben, auf dem sich Schmetterlinge zum Schlafen niederlegen, wenn sie denn nach einem Nest suchen.

Dimos Peristeri

Was für eine schöne Fügung, dachte ich, als ich ich von der Ausstellung „State of Play“ hörte. Eine Künstlerin aus Dresden stellt in Peristeri aus, einem Vorort Athens, der nicht wie im Zentrum vor Kunst und Kultur überquillt und gleich bei mir ums Eck liegt.

Noch schöner dort direkt mit der Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß ins Gespräch zu kommen, die so viel und herzlich lacht, dass sie anwesenden Griechen meinten, sie habe eine griechische Seele.

Die Titel der Bilder haben mich spontan zu einer spielerischen Art der Ausstellungsbeschreibung angeregt, um das „State of Play“ weiterzuspinnen.

Ich hatte Wald erwartetIch hatte Wald erwartet“

Ich hatte Wald erwartet, und dann sah ich wie Eisschollen aus der Dunkelheit auftauchten. Ich fragte mich, wie lange mich das Eis noch tragen wird. Ich fragte mich, ob die Schwärze aus der Nacht kommt, oder ob sie das Wasser selbst ist. Ich wusste, wer es wissen will, muss sich weiter hinaus wagen. Hinaus aufs dünne Eis.

FügungFügung“

Es fügen sich die Linien zu einem Spiel, dem ich mit Staunen zusehe. Es fügen sich Linien zu Flächen, es legen sich Flächen übereinander, werden zu Ebenen, durch die das Licht zu brechen scheint.

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Die Ausstellung wurde vom Kaviri Open Art Studio organisiert, welches in Peristeri aktiv ansässig ist und dort unter anderem auch Workshops zu Druckgraphik anbieten. Weitere Informationen gibt es auf deren Facebookseite.

Mehr zu den Arbeiten von Kerstin Franke-Gneuß sind auf ihrer Homepage zu finden: Alle Rechte der Graphiken liegen bei Kerstin Franke-Gneuß.

Aggeloppoulos Cafe

 

 

 

Von Pinienleuchten und Mandelblütenschnee

Dieser Text sei den Bäumen in Athen gewidmet, die ich liebe.

Mandarinen Traum

Bäume in Athen, von oben gesehen scheint es euch kaum zu geben. Zwischen den Straßen versteckt ihr euch, brecht mit euren Wurzen den Asphalt der schmalen Wegen auf, sprengt Felsen und gebt euch mit trockener Erde zufrieden.

Antennenast

Pinien, ihr schmiegt euch an sanfte Hügel, formt ein Meer, welches auch im Winter grün bis an den Grund der Akropolis hin reicht.

Pinientempel

Ein Wind kommt auf, formt eure Gestalt für die Ewigkeit, fährt durch Nadeln, Blätter, Äste, rauscht mit euch sein Lied.

Pinienblick

An den Abenden schüttet die Sonne ihr Gold über euren Zweigen aus und bemalt eure Stämme warm.

Pinienflamme

Ich möchte ich umarmen, eure Rinde wie Elefantenhaut unter meinen Fingerkuppen fühlen.

Pinienzapfenspiel*********

Und du, mein Mandelbaum, welch ungeduldiges Gewächs. Kaum zieht das letzte Kalt vorüber, platzen deine Knospen, erster unter den Blühenden willst du sein.

Mandel

Deine weiße Blüten stellen die Zeichen auf Frühling und fallen wie Schnee auf die noch schlafende Erde. Ich möchte sie aufheben und Schneebälle aus Blütenblättern formen, möchte die Erde sein, deren Haupt ihr schmückt. Ein Blütenglück von kurzer Dauer, wie es immer ist bei den kleinen, schönen Dingen. Umso schöner sie ganz aufzusaugen.

Mandel Schnee

Und nicht zu vergessen, mein Zitronenbaum: wie du jede Nische nutzt um deine Früchte an die Sonne zu halten.

Zitronenschwere

Eine Schwere voll reifer Früchte, die in meine Hand fallen, sobald ich ein einem Ästen drehe. Ein Duft, der auf meinen Handflächen haften bleibt und mir sagt, die Zeit ist reif.

Zitronenfülle

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Für alle, die Athen besuchen wollen und Bäume lieben: Im Filoupappou Park stehen beeindruckende Pinien, Zitronen und Orangen wachsen an jeder Ecke und die Mandelbäume blühen meist im Februar. Und natürlich sind da noch die Olivenbäume, denen ich mich einmal ausführlich widmen werde.