Athens Aprilgeruch

Wie die Menschen in Athen im Duft schwelgen:

Blütendunst

Sie schließen die Augenlider, führen dabei drei Finger vor dem Gesicht zusammen und atmen tief ein. Atmen den Duft der weißen Blüte ein, die sie zwischen den Fingern halten. Eine Blüte, die sie vom Baum gepflückt haben, einer der Bäume, die in diesen Tagen voller Blüten sind. Sie atmen den Duft ein und sagen, die Augen noch immer geschlossen: „Naranzia“ (νεραντζιά). Sie atmen den Duft ein, der die Stadt erfüllt, nachts, nach dem ein lauer Regen den Asphalt benässt hat.

Blütenboden

Nach einem Regen, wenn alles nach diesen Blumen riecht, die im Überfluss in jeder Straße auf den Bäumen blühen. Auf Bäumen, die noch Früchte tragen und ich immer staune, wie ein Baum blühen und zugleich Früchte tragen kann.

Neranzia himmel

Früchte, die so reif sind und so voller Überfluss an den Straßen wachsen, dass sie auf den Asphalt fallen. Sie platzen auf, rollen zusammen, und werden von Blüten bedeckt.

Fruchtsammlung

Blüten, die so im Überfluss blühen, dass sie die Menschen in Athen im Vorübergehen von den Zweigen brechen, sie in den Fingern halten und den Duft einatmen, während sie den Namen sagen: „Naranzia“.

Büten sw

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Naranzia werden bei in der deutschen Sprache als Bitterorangen oder Pomeranzen bezeichnet und sind eine Mischung aus Pampelmuse und Mandarine.

Aus den stark duftenden Blüten wird das ätherische Neroliöl gewonnen, welches als Bestandteil für Parfüms verwendet wird sowie in der Aromatherapie wegen seiner entkrampfenden Wirkung Anwendung findet. Auch die Schalen der Früchte finden sich in der Parfümerie wieder, als Bitterorangenöl, in Düften mit zitronig-frischer Note.

Fruchtschwere

Ungekocht sind die Früchte jedoch nicht genießbar, weil das Fruchtfleisch einen sauren Geschmack hat, diese auch genannten „sauren Orangen“ lassen sich aber wunderbar als Marmelade verarbeiten. Wer ein Rezept dazu findet, kann dies gern hier im Kommentar teilen.

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Wie ich dem Augenblick begegne

Kleinode, die man im Vorübergehen streift. Wer wach ist, schnappt sie auf, wer woanders träumt, an dem ziehen sie spurlos vorüber. Wer genau hinsieht, der entdeckt darin selbst den Traum.

Cowboys sw

Kinder, die mit offenen Augen Träumen und deren Blick sich scheinbar noch nicht an diese Welt gewöhnt hat.

Ballonkinder sw

Momente, an denen für kurz die Zeit stehen geblieben ist und ich sie nun für immer anhalte. Ewige Momente, verewigt in einem rechteckigen Bild.

Treppenkinder

Es kostet mich jedes Mal aufs neue Überwindung die Gegenwart einzufangen. Zwischen mich und das Geschehen einen Apparat zu setzen, mich selbst außen vor zu bringen und den Traum in einen Kasten zu zwingen.

Baggy Opa

Es sind viele Momente vergangen, an denen ich mich entschloss, den traumhaften Augenblick nicht festzuhalten, meine Geräte in ihren Taschen zu lassen, nicht auf den Auslöser zu drücken, nicht abzuzielen und kein neues Bild in die Ewigkeit zu setzen.

Evas Baum

Sondern einzuatmen und wieder auszuatmen, wach alles aufzusaugend, um es danach der Vergesslichkeit auszuliefern.

Manchmal war aber die Verlockung zu groß, ein Verlangen das Traumhafte zu besitzen, es aus der Gegenwart zu entwenden, es wieder und wieder ansehen zu können und es zu sagen, da, schaut her, hier bin ich gewesen, das habe ich gesehen, so war es. Schaut es euch alle an.

Selfie Sw

Von blühenden Steinen und Mut

Mohn, der seinen Kopf durch den Fels gepresst hat und jetzt in einem zitternden Kleid auch vom Wind noch nicht gebrochen wird.

MauermohnKlatschmohn

Alte Mauern, die schon große Reden erhören durften, tragen jetzt still und hoffentlich mit Stolz blühende Blätter auf dünnen Stielen.

Kakteenblau

Nun, da der Regen auf die Stadt gefallen ist, Pfützen und Löcher zu kleinen Teichen hat werden lassen, da kommen sie alle hervor.

FelsengelbSpitzwegerich

Ein drängender Wille, das Licht zu sehen und ihm seine Farben entgegen zu recken. Ein Wunsch,  dem Fels zu entkommen, der trotz Härte einen Samen bergen kann.

FelsgeschöpfWolfsmilchgewächs

Auf andere fallen die letzten Sonnenstrahlen der Tages, sie werden zu Zeugen der fallenden Sonne und ergeben sich nicht.

Sonnenabschied

Verwurzelt in nur einem Hauch Erde, alle Farben aus einer Unmöglichkeit zu entfalten und nicht müde werden – ihr macht mir Mut.

SonnenbuschGelber Blasenstrauch

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Die Blumen aus den Fotografien wachsen um die Akropolis herum, auf dem Filoupappou Hügel, bei der archäologischen Fundstätte des alten Friedhofs in Athen und sicher noch an vielen anderen Stellen, die es sich noch zu entdecken lohnt.

Wer die Pflanzen mit fehlenden Titeln erkennt, darf gern ergänzen und gegebenenfalls auch verbessern.

Fleisch, Rauch und Trommelwirbel – Karneval in Athen

Die ganze Stadt riecht nach Fleisch und Rauch, es ist „Tsiknopemti“ und überall wird gegrillt. Vor den Tavernen stehen auf den Bürgersteigen große Grills, die mit Spießen belegt sind. Das Fett tropft in die heiße Glut, Oregano wird mit kohlegeschwärzten Händen aus großen Plastikschalen über das Fleisch geworfen. Pitabrote werden mit Olivenöl bestrichen und über die Glut gehalten. Straßenhunde liegen gespannt auf der Platia und warten.

Souvlaki

Auf ihren Dachterrassen stellen die Menschen dreibeinige Grills auf, der Rauch steigt in den Himmel, Tsatsiki wird auf kleine Tische gestellt und die Zitronen frisch vom Baum geholt.

Titelmaske

Der griechische Karneval wird „Apokries“ genannt, was so viel wie „Fleisch vorbei“ bedeutet. Die Woche, als deren Höhepunkt der „Tsiknopemti“ gilt, ist die Fleischwoche. Danach folgt die Käsewoche, denn die gläubigen Orthodoxen Griechen sollen in der Fastenzeit auch auf Milchprodukte und Eier verzichten.

Maskenwand

An den Sonntagen der Karnevalszeit gibt es in dem Stadtteil Metaxourgio Straßenumzüge, die bunt, laut und chaotisch sind. Es wird getrommelt, getanzt und bis in die Nacht um die Häuser gezogen.

Bläser

Zuschauende vermischen sich mit den trommelndem Zug, es wird für eine bessere Sicht auf parkende Autos geklettert, Konfetti mischt sich mit den Bunt der Graffitis.

Badman

Karneval in Griechenland ist nicht nur später als in Deutschland, sondern auch ganze drei Wochen lang. Die größte Sause findet in Patras statt, der griechischen Karnevalshochburg.

Trommelwurf

Dieses Jahr ging es am 17. Februar los, und vorbei sein wird es erst am Montag, 11. März. Diesen Abschluss der Karnevalszeit bildet der „Saubere Montag“, an dem man bunte Drachen steigen lässt. Über diese Tradition habe ich bereits letztes Jahr bereits berichtet, ihr könnt hier über die Drachen des sauberen Montags lesen.

Federhelm

Ich hatte Wald erwartet

Die Ausstellung „State of Play“ der Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß in Athen inspirierte mich zu einer kreativen Form der Bildbetrachtung:

Zukünftig„Zukünftig“

Zukünftig will ich jedes einzelne Haar auf eine Nadel fädeln und daraus einen Teppich weben, auf dem sich Schmetterlinge zum Schlafen niederlegen, wenn sie denn nach einem Nest suchen.

Dimos Peristeri

Was für eine schöne Fügung, dachte ich, als ich ich von der Ausstellung „State of Play“ hörte. Eine Künstlerin aus Dresden stellt in Peristeri aus, einem Vorort Athens, der nicht wie im Zentrum vor Kunst und Kultur überquillt und gleich bei mir ums Eck liegt.

Noch schöner dort direkt mit der Künstlerin Kerstin Franke-Gneuß ins Gespräch zu kommen, die so viel und herzlich lacht, dass sie anwesenden Griechen meinten, sie habe eine griechische Seele.

Die Titel der Bilder haben mich spontan zu einer spielerischen Art der Ausstellungsbeschreibung angeregt, um das „State of Play“ weiterzuspinnen.

Ich hatte Wald erwartetIch hatte Wald erwartet“

Ich hatte Wald erwartet, und dann sah ich wie Eisschollen aus der Dunkelheit auftauchten. Ich fragte mich, wie lange mich das Eis noch tragen wird. Ich fragte mich, ob die Schwärze aus der Nacht kommt, oder ob sie das Wasser selbst ist. Ich wusste, wer es wissen will, muss sich weiter hinaus wagen. Hinaus aufs dünne Eis.

FügungFügung“

Es fügen sich die Linien zu einem Spiel, dem ich mit Staunen zusehe. Es fügen sich Linien zu Flächen, es legen sich Flächen übereinander, werden zu Ebenen, durch die das Licht zu brechen scheint.

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Die Ausstellung wurde vom Kaviri Open Art Studio organisiert, welches in Peristeri aktiv ansässig ist und dort unter anderem auch Workshops zu Druckgraphik anbieten. Weitere Informationen gibt es auf deren Facebookseite.

Mehr zu den Arbeiten von Kerstin Franke-Gneuß sind auf ihrer Homepage zu finden: Alle Rechte der Graphiken liegen bei Kerstin Franke-Gneuß.

Aggeloppoulos Cafe

 

 

 

Von Pinienleuchten und Mandelblütenschnee

Dieser Text sei den Bäumen in Athen gewidmet, die ich liebe.

Mandarinen Traum

Bäume in Athen, von oben gesehen scheint es euch kaum zu geben. Zwischen den Straßen versteckt ihr euch, brecht mit euren Wurzen den Asphalt der schmalen Wegen auf, sprengt Felsen und gebt euch mit trockener Erde zufrieden.

Antennenast

Pinien, ihr schmiegt euch an sanfte Hügel, formt ein Meer, welches auch im Winter grün bis an den Grund der Akropolis hin reicht.

Pinientempel

Ein Wind kommt auf, formt eure Gestalt für die Ewigkeit, fährt durch Nadeln, Blätter, Äste, rauscht mit euch sein Lied.

Pinienblick

An den Abenden schüttet die Sonne ihr Gold über euren Zweigen aus und bemalt eure Stämme warm.

Pinienflamme

Ich möchte ich umarmen, eure Rinde wie Elefantenhaut unter meinen Fingerkuppen fühlen.

Pinienzapfenspiel*********

Und du, mein Mandelbaum, welch ungeduldiges Gewächs. Kaum zieht das letzte Kalt vorüber, platzen deine Knospen, erster unter den Blühenden willst du sein.

Mandel

Deine weiße Blüten stellen die Zeichen auf Frühling und fallen wie Schnee auf die noch schlafende Erde. Ich möchte sie aufheben und Schneebälle aus Blütenblättern formen, möchte die Erde sein, deren Haupt ihr schmückt. Ein Blütenglück von kurzer Dauer, wie es immer ist bei den kleinen, schönen Dingen. Umso schöner sie ganz aufzusaugen.

Mandel Schnee

Und nicht zu vergessen, mein Zitronenbaum: wie du jede Nische nutzt um deine Früchte an die Sonne zu halten.

Zitronenschwere

Eine Schwere voll reifer Früchte, die in meine Hand fallen, sobald ich ein einem Ästen drehe. Ein Duft, der auf meinen Handflächen haften bleibt und mir sagt, die Zeit ist reif.

Zitronenfülle

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Für alle, die Athen besuchen wollen und Bäume lieben: Im Filoupappou Park stehen beeindruckende Pinien, Zitronen und Orangen wachsen an jeder Ecke und die Mandelbäume blühen meist im Februar. Und natürlich sind da noch die Olivenbäume, denen ich mich einmal ausführlich widmen werde.

Fluffy Monster

In einem kleinen Haus, zwischen verwinkelten Straßen in Athen wohnt ein Monster namens Fluffy und wartet auf Besuch. Die wundervolle Kunstinstallation der griechischen Künstlerin Antigoni Tsagkaropoulou im Rahmen der „Welthauptstadt des Buches“ bezaubert Kinder wie Erwachsene – hier ein paar Eindrücke.

Fluffyvag

Fluffy ist weich und flauschig, das Monster erstreckt sich durch alle Flure, lässt seine Pfoten aus den Fenstern hängen und lädt mit seinen vielen Vaginas in allen Farben zum Lümmeln ein.

FluffyLandschaft

Aus einem großen Bücherregal kann man sich an kuriosen und aufregenden Büchern bedienen, sich dann ein lauschiges Plätzchen suchen und in den Armen Fluffys lesen.

FluffyHand

Kinder hüpfen von Vagina zu Vagina, manche legen sich auch vollständig in den weichen Samt und ziehen den Reißverschluss zu.

FluffyMaid

Kostüme von bunten Meerjungfrauen oder riesengroße Einhörner aus Plüsch lassen einen in eine farbenfrohe queere Welt eintauchen, in der es sich wunderbar leicht spielt, die einen in Bann nimmt und man für immer im weichen Flokati versinken möchte, mit einem gigantischen Kuscheltier im Arm.

FluffySleep

Die Ausstellung im Rahmen des #TextMe Projekts (kuratiert von  Vasilis Zidianakis) ist noch bis Mitte April im „Atopos“ in der 72 Salaminosstraße in 104 35 Athens zu finden, der Eintritt ist kostenlos. Es lohnt sich einen Blick auf die tolle Website zu werfen, dort gibt es auch interessante Bücher zu entdecken.

Fluffyyellow

 

Die Steinwüste rauscht noch immer

Seit nun zwei Jahren lebe ich in Athen. Wie ganz zu Anfang, erklimme ich wieder den höchsten Hügel in der Stadt, den Lofos Lykavitou, um mir einen neuen Überblick zu verschaffen.

kakteenmeer

Vor zwei Jahren habe ich damit das Athenmosaik begonnen: ich bin durch enge Straßen gewandert, habe ein Meer aus Kakteen überquert, habe den Lärm unter mir gelassen, um schließlich ehrfürchtig aber leicht verängstigt auf diese große Stadt unter mir zu blicken. Ich entschied mich trotz aller Furcht zu blieben.

wüste

Heute stehe ich wieder hier und stelle fest: die Steinwüste rauscht noch immer, so wie sie es in den vergangenen 730 Tagen und in allen Tagen davor unaufhörlich getan hat.

Diese Vorstellung noch immer erdrückend, aber wenn ich heute auf das Häusermeer unter mir sehe, erkenne ich dort einzelne Mosaiksteine, die zuerst wie Pixel scheinen. Ich blicke auf Straßenschluchten, in denen ich mich zu bewegen gelernt habe, sehe Kirchenkuppeln, deren Glockenläuten ich kenne, ahne, wo sich Cafés unter Bäumen verstecken, kann mit dem Finger in eine grobe Richtung zeigen und sagen, hier wohne ich und werde wohl noch eine Weile bleiben.

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Ich gehe in die kleine weiße Kapelle und zünde eine Kerze an. Auf der Gebetsbank, den Rücken an die bemalte Kirchenwand angelehnt, sitzt eine alte Frau, mit einem sonnengebräunten Gesicht voller Falten, ihre Füße berühren beim Sitzen den Boden nicht. Sie sieht mir zu, wie sich das Licht entfacht.

kapelle

In der Ferne thront zuverlässig die Akropolis, in gelassener Zerbrechlichkeit, die mich manchmal bang werden lässt. Dahinter erstreckt sich das geliebte Meer, sogar die Inseln kann ich erkennen, und das Winterlicht scheint in hellem Gold mit einer Prise Silber.

ausblick

Vor der Kapelle verkauft ein Mann noch immer Fanta in Dosen, eine Katze schläft auf einer Kiste, Touristen machen Selfies und unter uns rauscht die Stadt – manche Dinge ändern sich nie.

Meine allerersten Artikel im Mosaik könnt ihr hier „Rauschenden Steinwüste“ und hier „unter mir“ nachlesen.

häusermeer

TicTac küsst Orange. Liebesgeschichten im Sand

Da trafen sie sich eines Tages zwischen Hölzern und Sand, zwei Dinge in orange.ticktack Fremd in ihrer Beschaffenheit, Herkunft und Geschichte, Welten voneinander getrennt. Endlich in einem Bild vereint: Ticktack küsst Stein. Beinahe.

wurstzipfelUnd der Wurstzipfel schaut neidisch aus der Ferne zu. Es geht nun einmal nicht immer um die Wurst.

Doch diese Romanze muss in Stille spielen.cdHaben die Wellen noch die letzten Klänge deiner Musik gehört? Hat sie der Wind noch bis an die Küsten getragen? Hat dich das Salz deiner Klänge beraubt? Erinnerst du dich selbst noch an deinen Klang? Sei unbesorgt, selbst mit deinen Rissen und Brüchen bist du in Symmetrie jedem Stein überlegen.

Schau dir den Kamm an: Liebhaber und Verführer vieler:kammrotHaare, Locken, schwarz, blond, gefärbt, glatt, kraus, verknotet, fett, schimmernd, duftend – sie alle hast du durchkämmt, sie mit deinen Zinken berührt, sie alle durften durch dich gleiten, was nun nur noch dem Wind gewährt.

Und es finden sich noch weitere einsame Fundstücke im Sand.

becher

Welches Lippenpaar hat sich an deinen Rand gesetzt und welches Händepaar hat deine Rillen gefühlt? Hat je ein Augenpaar bewundert, wie sich das Licht matt in dir bricht?

blumeAus fernen Ländern wie eine Seerose über die Meere getragen, in der Hoffnung hier auf einen Gefährten zu treffen, jemand der die Pink liebt, so sehr wie nichts auf der Welt?

besenVielleicht dieses pinke Bürstenstück?  Fleiß ist seine ganze Leidenschaft. Hier liegt es, erschlagen von den Sandkörnern, die es alle auf zu fegen gilt. Alle Beine von sich gestreckt, gebrochenen und erschöpft.

dosen „Zu jedem Topf ein Deckel“ schreiben Ratgeber, und wenn man dafür bis nach Athen schwimmen muss. „Alte Liebe rostet nicht“, sagen die Unwissenden, die es nie bis an diesen Strand geschafft haben.

Paare finden sich und  Paare verliere sich hier im Sonnenuntergang vor Athen. Beim genauen Hinsehen werden wir zu Zeugen dramatischer Szenen:

 

Wo ist eure bessere Hälfte? Habt ihr ferne Grenzen überquert? Wen habt ihr getragen? Euch nachts über Felder geschlichen? Kleben an euch Stücke von Heimat?

Manche wurden auch ganz ihrer Freiheit beraubt: Kiesel hinter Gitter. Nicht einmal der Blick auf den strahlend blauen Himmel ist ihnen mehr gewährt.

gitter

 

decke

Andere sind vom Verschwinden bedroht: lange hast du dich um Schultern geschmiegt, Beine gewärmt, den Schlaf bedeckt, warst eine schützende Hülle. Nun ist es Zeit sich zur Ruhe zu legen, lass den Sand deine Hülle sein, lass dich von ihm umschmiegen, dich bedecken, bis ihr eins werdet, Hülle zu Hülle, Staub zu Staub.

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Gewoge am Winterstrand

An einem schönen Sonntag mitten im Winter tummelt sich Athener an ihrem Strand. Unerschrockene haben sich schon ins kalte Meer geworfen, andere halten noch vorsichtig die Zehen hinein.

winterdamenbad

Streunende Hunde liegen zusammengerollt im feuchtwarmen Sand, über dem andere Menschen ihre Picknick Decken ausrollen, Kinder graben darum herum ein Tunnelsystem und  Palmen werfen ihre langen Schatten darüber.

winterstrandbad

winterdusche

Entlang der Mauer, die den Strand von der Stadt abgrenzt, haben Menschen ohne Obdach kleine Lager aufgebaut, vor denen sie  in der Sonne sitzen, die Augen andächtig geschlossen, die Sonne empfangend.

winterhund

winterboote

Daneben trainieren die sportlich Motivierten ihre Muskeln an öffentlichen Fitnessgeräten, den Blick auf das Funkeln des Horizonts gerichtet.

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Oberhalb des Strands werden Kinder in ihren Wägen geschoben, Tauben picken die herabfallenden Krümel von Keksen auf, die Kinder werfen ihnen freudig noch mehr in die Schnäbel, Väter schimpfen darüber.

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Omas und Opas sitzen in wattierten Winterjacken und schauen den Badenden im Meer zu. Sie alle genießen es, den Blick endlich frei schweifen zu lassen, fast ohne Beton.

winteropas

Die Tram rattert vorbei, in ihrer Haltestelle spielt ein Mann auf einer Geige und am Strand zupft ein Einsamer an seiner Gitarre.

wintermusiker

Der Winterstrand gehört den Bewohnern der Stadt, für manche ist er das ganze Zuhause, er ist wild und unaufgeräumt, es schallt keine Musik aus Strandbars, es gibt keine bunten Plastikliegen, kein Geruch von Sonnenmilch und keine Touristen.

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Tipps für eine schöne Wanderung entlang der athener Küste

Möchte sich nun der eine oder die andere von euch gern zum athener Strand verlaufen, könnt ihr das gern auf eine sehr schöne Weise tun:

Vom Kulturzentrum Stavros Niarchos führt eine Brücke bis zum Meer. Wenn ihr am Ende der Brücke nach links geht, entlang der „Schiffe an Land“ spaziert, gelangt ihr zur Marine. Hier könnt ihr stolze Yachten bestaunen und leckeres Eis essen. Wenn ihr dann bis ans Ende der Marine weitergeht, gibt es links einen kleinen Weg durch ein eisernes Tor. Folgt ihr diesem Weg, tut sich vor euch der Stadtstrand auf. Hier könnt ihr nun mit den Füßen im Sand spazieren, in die Wellen tauchen oder die Weite genießen. Am Ende des Strands liegt die bekannte Taverne „Edem“, deren Tische in den Sand gestellt sind und es leckere Kalamari gibt. Die gleichnamige Haltestelle der Tram liegt gleich dahinter, von dort aus kommt ihr wieder in die Stadt zurück.

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