Von Pinienleuchten und Mandelblütenschnee

Dieser Text sei den Bäumen in Athen gewidmet, die ich liebe.

Mandarinen Traum

Bäume in Athen, von oben gesehen scheint es euch kaum zu geben. Zwischen den Straßen versteckt ihr euch, brecht mit euren Wurzen den Asphalt der schmalen Wegen auf, sprengt Felsen und gebt euch mit trockener Erde zufrieden.

Antennenast

Pinien, ihr schmiegt euch an sanfte Hügel, formt ein Meer, welches auch im Winter grün bis an den Grund der Akropolis hin reicht.

Pinientempel

Ein Wind kommt auf, formt eure Gestalt für die Ewigkeit, fährt durch Nadeln, Blätter, Äste, rauscht mit euch sein Lied.

Pinienblick

An den Abenden schüttet die Sonne ihr Gold über euren Zweigen aus und bemalt eure Stämme warm.

Pinienflamme

Ich möchte ich umarmen, eure Rinde wie Elefantenhaut unter meinen Fingerkuppen fühlen.

Pinienzapfenspiel*********

Und du, mein Mandelbaum, welch ungeduldiges Gewächs. Kaum zieht das letzte Kalt vorüber, platzen deine Knospen, erster unter den Blühenden willst du sein.

Mandel

Deine weiße Blüten stellen die Zeichen auf Frühling und fallen wie Schnee auf die noch schlafende Erde. Ich möchte sie aufheben und Schneebälle aus Blütenblättern formen, möchte die Erde sein, deren Haupt ihr schmückt. Ein Blütenglück von kurzer Dauer, wie es immer ist bei den kleinen, schönen Dingen. Umso schöner sie ganz aufzusaugen.

Mandel Schnee

Und nicht zu vergessen, mein Zitronenbaum: wie du jede Nische nutzt um deine Früchte an die Sonne zu halten.

Zitronenschwere

Eine Schwere voll reifer Früchte, die in meine Hand fallen, sobald ich ein einem Ästen drehe. Ein Duft, der auf meinen Handflächen haften bleibt und mir sagt, die Zeit ist reif.

Zitronenfülle

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Für alle, die Athen besuchen wollen und Bäume lieben: Im Filoupappou Park stehen beeindruckende Pinien, Zitronen und Orangen wachsen an jeder Ecke und die Mandelbäume blühen meist im Februar. Und natürlich sind da noch die Olivenbäume, denen ich mich einmal ausführlich widmen werde.

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TicTac küsst Orange. Liebesgeschichten im Sand

Da trafen sie sich eines Tages zwischen Hölzern und Sand, zwei Dinge in orange.ticktack Fremd in ihrer Beschaffenheit, Herkunft und Geschichte, Welten voneinander getrennt. Endlich in einem Bild vereint: Ticktack küsst Stein. Beinahe.

wurstzipfelUnd der Wurstzipfel schaut neidisch aus der Ferne zu. Es geht nun einmal nicht immer um die Wurst.

Doch diese Romanze muss in Stille spielen.cdHaben die Wellen noch die letzten Klänge deiner Musik gehört? Hat sie der Wind noch bis an die Küsten getragen? Hat dich das Salz deiner Klänge beraubt? Erinnerst du dich selbst noch an deinen Klang? Sei unbesorgt, selbst mit deinen Rissen und Brüchen bist du in Symmetrie jedem Stein überlegen.

Schau dir den Kamm an: Liebhaber und Verführer vieler:kammrotHaare, Locken, schwarz, blond, gefärbt, glatt, kraus, verknotet, fett, schimmernd, duftend – sie alle hast du durchkämmt, sie mit deinen Zinken berührt, sie alle durften durch dich gleiten, was nun nur noch dem Wind gewährt.

Und es finden sich noch weitere einsame Fundstücke im Sand.

becher

Welches Lippenpaar hat sich an deinen Rand gesetzt und welches Händepaar hat deine Rillen gefühlt? Hat je ein Augenpaar bewundert, wie sich das Licht matt in dir bricht?

blumeAus fernen Ländern wie eine Seerose über die Meere getragen, in der Hoffnung hier auf einen Gefährten zu treffen, jemand der die Pink liebt, so sehr wie nichts auf der Welt?

besenVielleicht dieses pinke Bürstenstück?  Fleiß ist seine ganze Leidenschaft. Hier liegt es, erschlagen von den Sandkörnern, die es alle auf zu fegen gilt. Alle Beine von sich gestreckt, gebrochenen und erschöpft.

dosen „Zu jedem Topf ein Deckel“ schreiben Ratgeber, und wenn man dafür bis nach Athen schwimmen muss. „Alte Liebe rostet nicht“, sagen die Unwissenden, die es nie bis an diesen Strand geschafft haben.

Paare finden sich und  Paare verliere sich hier im Sonnenuntergang vor Athen. Beim genauen Hinsehen werden wir zu Zeugen dramatischer Szenen:

 

Wo ist eure bessere Hälfte? Habt ihr ferne Grenzen überquert? Wen habt ihr getragen? Euch nachts über Felder geschlichen? Kleben an euch Stücke von Heimat?

Manche wurden auch ganz ihrer Freiheit beraubt: Kiesel hinter Gitter. Nicht einmal der Blick auf den strahlend blauen Himmel ist ihnen mehr gewährt.

gitter

 

decke

Andere sind vom Verschwinden bedroht: lange hast du dich um Schultern geschmiegt, Beine gewärmt, den Schlaf bedeckt, warst eine schützende Hülle. Nun ist es Zeit sich zur Ruhe zu legen, lass den Sand deine Hülle sein, lass dich von ihm umschmiegen, dich bedecken, bis ihr eins werdet, Hülle zu Hülle, Staub zu Staub.

meer

 

 

 

 

Gewoge am Winterstrand

An einem schönen Sonntag mitten im Winter tummelt sich Athener an ihrem Strand. Unerschrockene haben sich schon ins kalte Meer geworfen, andere halten noch vorsichtig die Zehen hinein.

winterdamenbad

Streunende Hunde liegen zusammengerollt im feuchtwarmen Sand, über dem andere Menschen ihre Picknick Decken ausrollen, Kinder graben darum herum ein Tunnelsystem und  Palmen werfen ihre langen Schatten darüber.

winterstrandbad

winterdusche

Entlang der Mauer, die den Strand von der Stadt abgrenzt, haben Menschen ohne Obdach kleine Lager aufgebaut, vor denen sie  in der Sonne sitzen, die Augen andächtig geschlossen, die Sonne empfangend.

winterhund

winterboote

Daneben trainieren die sportlich Motivierten ihre Muskeln an öffentlichen Fitnessgeräten, den Blick auf das Funkeln des Horizonts gerichtet.

winterfitness

Oberhalb des Strands werden Kinder in ihren Wägen geschoben, Tauben picken die herabfallenden Krümel von Keksen auf, die Kinder werfen ihnen freudig noch mehr in die Schnäbel, Väter schimpfen darüber.

winterhalle

Omas und Opas sitzen in wattierten Winterjacken und schauen den Badenden im Meer zu. Sie alle genießen es, den Blick endlich frei schweifen zu lassen, fast ohne Beton.

winteropas

Die Tram rattert vorbei, in ihrer Haltestelle spielt ein Mann auf einer Geige und am Strand zupft ein Einsamer an seiner Gitarre.

wintermusiker

Der Winterstrand gehört den Bewohnern der Stadt, für manche ist er das ganze Zuhause, er ist wild und unaufgeräumt, es schallt keine Musik aus Strandbars, es gibt keine bunten Plastikliegen, kein Geruch von Sonnenmilch und keine Touristen.

winterturm

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Tipps für eine schöne Wanderung entlang der athener Küste

Möchte sich nun der eine oder die andere von euch gern zum athener Strand verlaufen, könnt ihr das gern auf eine sehr schöne Weise tun:

Vom Kulturzentrum Stavros Niarchos führt eine Brücke bis zum Meer. Wenn ihr am Ende der Brücke nach links geht, entlang der „Schiffe an Land“ spaziert, gelangt ihr zur Marine. Hier könnt ihr stolze Yachten bestaunen und leckeres Eis essen. Wenn ihr dann bis ans Ende der Marine weitergeht, gibt es links einen kleinen Weg durch ein eisernes Tor. Folgt ihr diesem Weg, tut sich vor euch der Stadtstrand auf. Hier könnt ihr nun mit den Füßen im Sand spazieren, in die Wellen tauchen oder die Weite genießen. Am Ende des Strands liegt die bekannte Taverne „Edem“, deren Tische in den Sand gestellt sind und es leckere Kalamari gibt. Die gleichnamige Haltestelle der Tram liegt gleich dahinter, von dort aus kommt ihr wieder in die Stadt zurück.

wintergrabender