Vom Lauf der Inselflüsse

Als Insel ist Andros von allen Seiten von Wasser umgeben. Jetzt, da der Schnee auf den Bergen eben geschmolzen ist, bilden sich Bäche, die zu reißenden Flüssen werden und nach einer kurzen aber wunderschönen Reise ins Meer münden.

Brücke

Die Bewohner der Insel erzählen, nach diesem Winter seien selbst lang vergessene Quellen, die man schon versiegt glaubte, wieder zum Leben erwacht. Sie entspringen in heiligen Klöstern, oder versteckt zwischen grünem Gras in der Einsamkeit der Gipfel.

Pferdeweide

Auf warmen Steinen sonnt sich eine Schildkrötenfamilie, Schwäne treiben stolz darüber hinweg und Pferde stehen im Dämmerlicht.

Schildkröte

Um die Bachläufe sammelt sich Grün in Hell und Dunkel und anderen Tönen, für die ich keine Wörter finde. Dazwischen sind die unzähligen Blumenfarben getupft, ein unendlicher Teppich als Wegbegleitung.

Auf diesem Weg sammeln die Bäche so viele Freunde ein, dass sie zu einem Fluss anschwellen, der sich mühelos über die menschengemachten Straßen hinwegsetzt.

Wegabschneider

Beim Wandern muss ich oft meine Schuhe ausziehen und barfuß durch das kalte Wasser waten. Wenn ich durstig bin, beuge ich mich zum Wasser und trinke aus der hohlen Hand.

Spiegelbach

Ich begleite mit den Bunt der Blumen den Lauf des Wassers, von Berg bis in sein Tal. Tiere weiden hier auf fruchtbaren Feldern, die nach einer Weile in einem Schilfwald enden. Dahinter liegt der Strand und dahinter das weite Meer.

Strandfluss

Der Fluss bahnt sich seinen Weg durch den Sand, teilt den Strand in zwei ungleiche Hälften, bevor er sich mit dem großen Wasser vereint und salzig wird.

MündungMündung bei Chora, dem Inselhauptstädtchen

Fast tut es mir weh, das süße Wasser münden zu sehen. Im Sommer werden wir jeden Tropfen in Ehren halten.

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Andros ist eine große Insel in Griechenland, die zu den Kykladen zählt. Sie ist im Vergleich zu den anderen Kykladeninseln sehr bergig und hat selbst noch in den heißen Sommern Trinkwasser und Bäche, was sie zu einer grünen Insel macht.

Schichten

Ab März kann man vielen gut beschilderten alten Pfaden wandern und dabei verwunschene Orte entdecken.  Die Fotografien sind alle auf der Wanderung von Falika nach Chora entstanden. Bei weiteren Fragen gebe ich euch gern Auskunft.

KircheImGrün

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16 Kommentare zu „Vom Lauf der Inselflüsse

  1. Sehr schön geschrieben. Ich muss unbedingt mal nach Andros. Letztes Jahr war ich auf Tinos, wo es mir auch recht gut gefallen hat. Vor allem die Busfahrt über den Rückrat der Insel und die Aussicht dabei auf die Kykladen, die ich dabei zum ersten Mal wirklich als Kyklos um Delos wahrgenommen habe.

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  2. Grad komme ich von einer Wanderung in einem Wildbach zurück, der sogar recht tüchtige Wasserfälle bildet. Und wo? Du wirst es nicht glauben! Im Pendeli, Abzweigung von der Straße nach Nea Makri, „meine Farm“ danach Schotterstraße, die an einem Staudamm mündet. Und abwärts geht’s zu Fuß ins Flussbett, das jetzt reichlich Wasser führt. Schuhe aus, Hosen hochgekrempelt, los geht’s. O es war herrlich!

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    1. Ja Kreta im April war bestimmt schön, wenn alles noch grün ist und selbst die Strände blühen.
      Es freut mich, dass ich deine (hoffentlich schönen) Erinnerungen wecken konnte. Liebe Grüße zurück.

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  3. Oh, was für ein anregender Bericht, da möchte ich doch gleich meinen Rucksack packen und los. Und ich liebe es doch so sehr, durch kalte Bäche zu waren. Und alles ist so herrlich sauber. Du siehst, ich gerate ins Schwärmen….. Danke dafür, Marie

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    1. Ja , ich kann dich nur ermuntern. Aber kalte Bäche gibt es bestimmt bei euch auch, nur dass deren Weg zum Meer meist länger dauert und ganz anders aussieht. Mir fehlt zum Beispiel das dunkelgrüne Moos, welches oft an feuchten Stellen wächst.
      Sonnige Grüße

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  4. Auch ich war auf Kreta im April, und die Blumenpracht war umwerfend, besonders all die Orchideen in den Bergen und die Alpenveilchen. Aber gegen Ende April begannen einige der Bäche bereits zu versiegen. Das ist aber schon 28 Jahre her. Dieses Jahr habt ihr ja eine Menge Regen und sogar Schnee bekommen. Meine Kusine hat berichtet, sie wohnt im Pelion-Gebiet, auch schon seit mehr als 20 Jahren.

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    1. Ja, dieses Jahr hat es wirklich viel geregnet. Ich habe erst hier in Athen gelernt mich über den Regen zu freuen.
      Kreta ist immer noch eine Spur wärmer und trockener, im Pilion hingegen findet man auch noch im Sommer grüne Flecken – für wanderlustige ist das Piliongebirge wirklich eine Freude, vor allem im Herbst. Da hat sich deine Cousine ein schönes Fleckchen ausgesucht!

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      1. Ja, ich habe mir das mal auf Google Earth angesehen. Es sieht toll aus, viele Bäume. Sie hat ein kleines Häuschen mitten im Wald in der Nähe eines kleinen Ortes, richtig idyllisch. Ich bin allerdings noch nicht dort gewesen. Aber mein Mann freundet sich so langsam damit an, mal nach Griechenland zu reisen … 😉

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