Kraterlandschaft

Ich sehe zu Boden und entdecke eine Ebene, durch die sich Risse ziehen, wie Wunden auf einer nie heilenden Haut. Frischer, schwarzer Teer häuft sich über das Klaffende, aber statt sie zu schließen werden neue Hügel in der Ebene aufgeworfen.

Lose Steinchen werden von meinen Schritten in die Ritzen gekickt. Ich gehe über gelbe Platten mit Noppen und Rillen, die so plötzlich enden wie sie begonnen haben und entlassen mich wieder in Wüsten aus grau in grau. Zwischen Hügeln und Tälern liegen quadratisch eiserne Gullydeckel wie wahllos hingeworfen. Tritt mein Fuß sie, geben sie ein hallendes Glucksen von sich – ein Straßengeist der von seinem Rülpser befreit wird. Die Bordsteine sind von der Zeit rund getreten, wie abgekaute Pizza Rinden.

Wenn es regnet wird jede Straße zu einem Bett, welches Sturzbäche zu beherbergen versucht, immer vergeblich. Und so treiben Zigarettenschachteln neben Joghurtbechern und trockenem Laub nebeneinander die Straßen entlang. Ich wäre ihnen gerne nachgelaufen um zu entdecken wo sie alle enden. Aber ich haste ohne Schirm aber mit nassen Schultern von Insel zu Insel in der Hoffnung auf einen Dachvorsprung.

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