Rauschende Steinwüste

Um mir einen ersten Überblick von der Stadt zu machen, steige ich auf den höchsten Hügel in Athen, den Lofos Likavitou.
Auf seinem Gipfel steht eine weiße Kapelle vor der ein Mann Fanta in Dosen verkauft. Unter mir liegt die Stadt als rauschende Steinwüste. Ein monotones Band aus Motorgeräuschen, aus dem ab und zu ein Hupen oder eine Sirene hervor sticht. Die Vorstellung, dass dieses Rauschen nie endet, empfinde ich plötzlich als erdrückend.
Die vielen mehrstöckigen Klötze lassen Schluchten frei, wie Gräben, durch die sich der lärmende Verkehr ähnlich einer Schlange windet. Wenige grüne Inseln tun sich aus der dreckig weißen Fläche hervor.
Südlich fließt die Steinwüste ins Meer, nördlich klettert sie die Berge empor. Mittendrin thront die Akropolis, unberührt von all dem Treiben um sie herum, so angenehm gelassen, fast schon teilnahmslos.

 

Werbeanzeigen

4 Kommentare zu „Rauschende Steinwüste

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s